Vitamin K2 Überdosierung: Was du wissen solltest
Futures Nutrition Redaktion · 4. Februar 2022


Vitamin K2 Überdosierung: Was du wissen solltest
- Februar 2022 · aktualisiert am 11. August 2026
Kurz gesagt: Die beiden Vitamine, die fast immer in derselben Tablette stecken, verhalten sich bei „zu viel" völlig unterschiedlich. Für Vitamin D hat die EFSA eine harte Zahl: 100 µg (4.000 I.E.) pro Tag aus allen Quellen zusammen, dauerhaft. Für Vitamin K gibt es diese Zahl nicht — die EFSA hat mangels Daten über schädliche Wirkungen gar keine Obergrenze abgeleitet (EFSA Journal 2017;15(5):4780). Was im Netz als „Nebenwirkungen einer Vitamin-K2-Überdosis" kursiert, stammt deshalb in aller Regel gar nicht von K2: Es sind entweder die Beschwerden einer Vitamin-D-Überdosierung oder Reaktionen auf gespritztes Vitamin K1 und auf Menadion (K3), einen synthetischen Verwandten, der in Nahrungsergänzungsmitteln für Menschen nicht verwendet wird.
Dieser Artikel sortiert das auseinander: welche Mengen für beide Vitamine gelten, welche Beschwerden zu welchem Stoff gehören, ab wann eine Überdosierung realistisch wird — und welche Wechselwirkung es tatsächlich gibt, die man kennen sollte.
Überdosierung von Vitamin D3 und K2

Die Einnahme von mehr als der empfohlenen Menge bedeutet eine Überdosierung. Nur: „empfohlene Menge" ist kein einzelner Wert, sondern je nach Quelle einer von vier — und genau daran scheitern die meisten Einschätzungen. Wer Vitamin D3 oder eine Kombination mit Vitamin D3 und K2 nimmt, hat es mit diesen Zahlen zu tun:
| Wert | Vitamin D | Vitamin K | Was er bedeutet |
|---|---|---|---|
| Nährstoffbezugswert (NRV) | 5 µg (200 I.E.) | 75 µg | Bezugsgröße für die Prozentangabe auf dem Etikett, Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII |
| DGE-Referenz- bzw. Schätzwert | 20 µg (800 I.E.)/Tag ohne Eigensynthese | 60–80 µg/Tag je nach Alter und Geschlecht | was zugeführt werden sollte |
| BfR-Vorschlag für Nahrungsergänzungsmittel | 20 µg (800 I.E.)/Tagesportion | 80 µg/Tagesportion | ein Vorschlag, kein geltendes Recht |
| EFSA-Obergrenze (Tolerable Upper Intake Level) | 100 µg (4.000 I.E.)/Tag | keine abgeleitet | Menge, die auch lebenslang täglich keine Nachteile erwarten lässt |
Die letzte Zeile ist die wichtigste. Bei Vitamin D existiert eine belastbare Obergrenze, und wer sie über Monate deutlich überschreitet, bekommt ein messbares Problem. Bei Vitamin K existiert sie nicht, weil sich in den ausgewerteten Daten keine Menge finden ließ, ab der etwas passiert. Der BfR-Vorschlag von 80 µg bezieht sich auf Vitamin K1 und ist ein Orientierungswert für die Produktgestaltung — keine Grenze, deren Überschreitung als Vergiftung gälte.
Deshalb heißt es zu Recht, dass man vor der dauerhaften Einnahme hoch dosierter Präparate ärztlich abklären sollte — der Grund dafür ist aber praktisch immer der Vitamin-D-Anteil, nicht das K2.
Die Nebenwirkungen einer Überdosierung von Vitamin D3 und K2
Diese vier Punkte werden am häufigsten genannt:
- Nierenversagen
- Beeinträchtigung des Geisteszustandes
- Gastrointestinale Probleme
- Atemprobleme
Sie sind nicht falsch — sie sind nur falsch zugeordnet. Alle vier gehören zum Bild einer schweren Hyperkalzämie, also eines stark erhöhten Calciumspiegels im Blut, und der entsteht durch dauerhaft überhöhte Vitamin-D-Mengen. Der Weg dorthin ist gut beschrieben: Vitamin D steigert die Calciumaufnahme aus dem Darm; bleibt die Zufuhr über Wochen bis Monate weit oberhalb der Obergrenze, steigt der Calciumspiegel, und die Niere ist das Organ, das zuerst leidet. Die Verwirrtheit ist eine Folge desselben Calciumspiegels, nicht ein Effekt des Vitamins auf das Gehirn. Was dabei üblicherweise auftritt und in welcher Reihenfolge, steht ausführlicher in Vitamin K2 und Calcium.
Vitamin K2 trägt zu diesem Bild nichts bei. Es verschiebt den Calciumspiegel im Blut nicht.
Vitamin D3

Vitamin D3 (Cholecalciferol) ist ein freiverkäufliches Vitamin-D-Präparat, das in verschiedenen Stärken erhältlich ist. Es ist in Form von Tabletten und Kapseln zum Einnehmen sowie als Lösung zum Einnehmen erhältlich. Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium bei.
Außerdem wird es als Nahrungsergänzungsmittel für Menschen verwendet, die mit ihrer Ernährung und der körpereigenen Bildung in der Haut nicht genügend Vitamin D aufnehmen. Nach den Daten des Robert Koch-Instituts (DEGS1) liegt ein erheblicher Teil der Bevölkerung unterhalb des von der EFSA genannten Zielwerts von 50 nmol/l 25-OH-Vitamin-D, im Winter deutlich häufiger als im Sommer. Einige Menschen, die möglicherweise zusätzliches Vitamin D benötigen, sind
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Ältere Erwachsene — die Haut bildet mit den Jahren weniger
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Gestillte Säuglinge
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Menschen mit sehr dunkler Haut
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Menschen mit Adipositas (oder Menschen, die eine Magenbypass-Operation hinter sich haben)
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Menschen, die sich überwiegend drinnen aufhalten oder den Körper bedeckt halten
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Menschen mit bestimmten Erkrankungen, die die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen können.
Vitamin D3 kann zusammen mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. Der einzige Punkt, an dem man rechnen sollte, ist die Summe: Wer mehrere Präparate nimmt, zählt den Vitamin-D-Gehalt aller zusammen — die Obergrenze gilt für die Gesamtzufuhr, nicht je Dose.
Vitamin K2

Vitamin K ist ein wichtiger, fettlöslicher Nährstoff. Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei. Es gibt zwei Familien:
Vitamin K1 (Phyllochinon): kommt in Blattgemüse, Gemüse und einigen Pflanzenölen vor.
Vitamin K2 (Menachinone): kommt in Milchprodukten, fermentierten Lebensmitteln und tierischen Erzeugnissen vor. Natto, vergorene Sojabohnen, ist die mit Abstand reichste Quelle.
Vitamin K2 trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. In Präparaten steckt fast immer MK-7, und das hat einen sachlichen Grund: MK-7 bleibt deutlich länger im Blut als K1. Während K1 rund acht Stunden nach der Mahlzeit praktisch wieder auf Ausgangsniveau ist, liegt die Halbwertszeit von MK-7 bei etwa 68 Stunden (Schurgers et al., Blood 2007;109(8):3279–3283). Eine Gabe wirkt damit über Tage statt über Stunden — was auch erklärt, warum Depotpräparate mit mehrtägigem Rhythmus überhaupt sinnvoll sind.
Es gibt für Vitamin K2 keinen eigenen Referenzwert. Die DGE nennt Schätzwerte von 60–80 µg Vitamin K pro Tag, bezogen im Wesentlichen auf K1 und auf die Menge, die für die Gerinnungsfunktion benötigt wird. Eine „Überdosis Vitamin K" im Sinne einer definierten Grenze existiert dagegen nicht.
Wie wirken Vitamin D3 und K2 zusammen?

Vitamin D3 und K2 sind zwei Vitamine, die das ganze Leben lang benötigt werden. Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei; gleichzeitig trägt Vitamin D zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium bei. Beide Angaben stehen so in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012, und nur so dürfen sie gemacht werden.
Der oft gelesene Satz, K2 „lenke das Calcium aus den Arterien in die Knochen", gehört nicht dazu. Die EFSA hat einen entsprechenden Antrag zu Vitamin K2 und der normalen Funktion von Herz und Blutgefäßen geprüft und nicht als hinreichend belegt bewertet (EFSA Journal 2012;10(3):2714). Der Mechanismus über das Matrix-Gla-Protein ist plausibel, die Datenlage am Menschen ist es nicht. Für die Frage nach der Überdosierung ist das durchaus relevant: Wer K2 wegen dieses Versprechens besonders hoch dosiert, tut es auf Basis einer Aussage, die so nicht belegt ist.
Überdosierung von Vitamin D3
Eine Vitamin-D-Toxizität wird durch Nahrungsergänzungsmittel verursacht, nicht durch die Aufnahme mit der Nahrung. Auch eine längere Sonneneinstrahlung führt nicht dazu: Bei anhaltender UV-Bestrahlung wird das in der Haut gebildete Prävitamin D3 in nicht funktionelle Formen umgewandelt, die körpereigene Bildung reguliert sich also selbst. Die langfristige Einnahme von Vitamin-D-Präparaten oberhalb der Obergrenze führt dagegen zu Symptomen der Toxizität.
Wie viel ist „zu viel"? Die EFSA-Obergrenze von 100 µg (4.000 I.E.) pro Tag ist kein Schwellenwert, ab dem etwas passiert — sie enthält bereits einen Sicherheitsabstand. Beschriebene Vergiftungsfälle beziehen sich in der Regel auf Mengen im Bereich mehrerer zehntausend I.E. täglich über Monate, häufig durch Verwechslung von Tages- und Wochendosis oder durch falsch etikettierte Produkte. Das ist der eigentliche Risikoweg bei Depotpräparaten: nicht die Stärke der Tablette, sondern ein falscher Rhythmus. Eine 20.000er täglich statt alle zwanzig Tage genommen liegt beim Fünffachen der Obergrenze — dieselbe Tablette im vorgesehenen Rhythmus bei einem Viertel davon. Wie sich die Stärken rechnerisch zueinander verhalten, steht in Vitamin D3 K2 20.000 I.E.; wie schnell man in den kritischen Bereich kommt, in Kann man zu viel Vitamin D nehmen?.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: Wer bereits gut versorgt ist, hat von zusätzlichem Vitamin D nichts. Der Nutzen einer Zufuhr hängt vom Ausgangswert ab — deshalb ist eine Blutbestimmung von 25-OH-Vitamin-D vor einer hochdosierten Einnahme sinnvoller als jede Faustregel.
Überdosierung von Vitamin K2
Zu einer Überdosierung von Vitamin K2 kommt es, wenn jemand mehr als die vorgesehene Menge einnimmt — nur ist genau hier keine Grenze definiert. Die EFSA hat 2017 im Rahmen der Referenzwerte festgehalten, dass für Vitamin K aus der Nahrung und aus Nahrungsergänzungsmitteln keine schädlichen Wirkungen berichtet sind, und deshalb keinen Tolerable Upper Intake Level abgeleitet. In Studien wurden MK-7-Mengen von 180 bis 360 µg täglich über bis zu drei Jahre gegeben, ohne dass sicherheitsrelevante Auffälligkeiten auftraten.
Das heißt nicht „beliebig viel ist gut". Es heißt: Die Vorstellung einer Vitamin-K2-Vergiftung durch ein handelsübliches Präparat hat keine Grundlage, und die Sorge ist an der falschen Stelle. Die eine Einschränkung, die zählt, ist keine Mengenfrage, sondern eine Wechselwirkung — sie steht weiter unten.
Nebenwirkungen von Vitamin D3

Suchen Sie ärztliche Hilfe auf, wenn Sie Symptome einer allergischen Reaktion haben: Nesselsucht, Atembeschwerden, Schwellungen im Gesicht, an den Lippen, der Zunge oder im Rachen. Beenden Sie die Einnahme und wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bei:
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Schmerzen in der Brust
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Wachstumsstörungen (bei einem Kind, das Cholecalciferol erhält)
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Abgeschlagenheit
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Metallischem Geschmack im Mund
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Gewichtsabnahme
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Muskel- oder Knochenschmerzen
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Verstopfung, Erbrechen und Übelkeit
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Auffällig starkem Durst und häufigem Wasserlassen
Auch diese Liste beschreibt überwiegend eine Hyperkalzämie und tritt bei bestimmungsgemäßer Einnahme nicht auf. Die beiden letzten Punkte sind die frühesten und zugleich die unauffälligsten — wer sie bei laufender hochdosierter Einnahme bemerkt, setzt aus und lässt Calcium und 25-OH-Vitamin-D im Blut bestimmen.
Nebenwirkungen von Vitamin K2
Für Vitamin K werden in älteren Nachschlagewerken unter anderem genannt:
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Verminderter Appetit
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Verminderte Bewegung oder Aktivität
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Schwierigkeiten beim Atmen
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Vergrößerung der Leber
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Allgemeine Schwellung des Körpers
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Verspannung der Muskeln
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Blässe, gelbe Augen oder gelbe Haut
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Schwierigkeiten beim Schlucken
Diese Aufzählung ist der Grund, warum viele Leser Vitamin K2 für riskanter halten, als es ist. Sie stammt nicht von oral eingenommenem MK-7, sondern aus zwei anderen Zusammenhängen: aus Reaktionen auf gespritztes Vitamin K1 (Phytomenadion als Injektion) und aus den Wirkungen von Menadion (Vitamin K3), einer synthetischen Form, die Blutkörperchen schädigen kann und deshalb in Nahrungsergänzungsmitteln für Menschen nicht eingesetzt wird. Gelbfärbung der Haut und Blässe gehören zu diesem Bild — es ist eine Blutbildveränderung, kein Effekt von Menachinon-7 aus der Tablette.
Wer eine solche Liste im Netz findet, sollte deshalb zwei Fragen stellen: Um welche Form von Vitamin K geht es, und auf welchem Weg wurde sie verabreicht. Beides steht dort meistens nicht.
Wie viel K2 in den einzelnen Stärken steckt
Alle K2-Kombinationen in unserem Sortiment enthalten 200 µg MK-7 je Tablette, meist mit ausgewiesenem All-trans-Anteil — nur dieses Isomer ist die biologisch aktive Form. Weil sich die Präparate im Einnahmerhythmus unterscheiden, ergeben sich daraus sehr unterschiedliche Tagesmengen:
| Präparat | je Tablette | Rhythmus laut Etikett | Vitamin K2 pro Tag |
|---|---|---|---|
| Vitamin D3 4.000 I.E. + K2 200 µg | 100 µg D3, 200 µg K2 | täglich | 200 µg |
| Vitamin D3 10.000 I.E. + K2 200 µg | 250 µg D3, 200 µg K2 | alle 10 Tage | 20 µg |
| Vitamin D3 20.000 I.E. + K2 200 µg | 500 µg D3, 200 µg K2 | alle 20 Tage | 10 µg |
Die täglich vorgesehene 4.000er liegt mit 200 µg K2 oberhalb des BfR-Vorschlags von 80 µg je Tagesportion — was, wie oben beschrieben, ein Orientierungswert für K1 ist und keine Obergrenze. Die Depotpräparate liegen mit 10 bis 20 µg pro Tag deutlich darunter. Wer den K2-Anteil gezielt hoch halten möchte, nimmt also die tägliche Variante; wem es um Vitamin D geht und K2 nur als Beigabe recht ist, fährt mit dem Depot.
Wer vorher ärztlich abklären sollte
- Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten (Phenprocoumon, Warfarin). Das ist die einzige wirklich bedeutsame Wechselwirkung in diesem Artikel: Diese Gerinnungshemmer wirken über den Vitamin-K-Stoffwechsel, zusätzliches Vitamin K verschiebt die Einstellung, und der INR-Wert muss neu justiert werden. Für die neueren direkten oralen Antikoagulanzien gilt das nicht.
- Nierenerkrankungen und zurückliegende Nierensteine — Calcium und Vitamin D werden hier anders reguliert.
- Bekannt erhöhter Calciumspiegel oder eine Störung der Nebenschilddrüse.
- Sarkoidose und andere granulomatöse Erkrankungen, bei denen Vitamin D außerhalb der Niere aktiviert wird.
- Behandlung mit Digitalis oder Thiazid-Diuretika, weil beide auf den Calciumhaushalt wirken.
- Säuglinge und Kleinkinder — für Kinder von 1 bis 10 Jahren liegt die EFSA-Obergrenze für Vitamin D bei 50 µg pro Tag; hochdosierte Depotpräparate sind für sie nicht gedacht.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
Häufige Fragen
Kann man Vitamin K2 überdosieren?
Eine definierte Überdosis gibt es nicht. Die EFSA hat für Vitamin K keine Obergrenze abgeleitet, weil sich in den ausgewerteten Daten keine Menge zeigte, ab der schädliche Wirkungen auftreten. Das gilt für die Formen, die in Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen — K1 und MK-7 —, nicht für das synthetische Menadion. Wer Gerinnungshemmer vom Typ Phenprocoumon oder Warfarin einnimmt, hält dagegen jede zusätzliche K2-Zufuhr mit der behandelnden Praxis ab.
Woran merke ich, dass es zu viel Vitamin D war?
An anhaltendem Durst, auffällig häufigem Wasserlassen, Übelkeit, Verstopfung, Abgeschlagenheit und Benommenheit — den frühen Zeichen eines erhöhten Calciumspiegels. Sie treten nicht plötzlich auf, sondern nach Wochen bis Monaten überhöhter Zufuhr. Sicherheit gibt nur die Blutbestimmung von Calcium und 25-OH-Vitamin-D.
Ich habe die Depot-Tablette zwei Tage hintereinander genommen — was jetzt?
Nichts. Eine einzelne zusätzliche Tablette ist kein Fall von Toxizität; die Obergrenze bezieht sich auf die dauerhafte tägliche Zufuhr. Man setzt den Rhythmus vom letzten Einnahmetag aus neu an und macht normal weiter. Kritisch wird es erst, wenn ein Depotpräparat dauerhaft im Tagesrhythmus genommen wird.
Muss ich zu hoch dosiertem D3 zwingend K2 nehmen?
Nein. Es gibt keine Vorgabe, die das verlangt, und die zugelassenen Angaben zu Vitamin D gelten unabhängig davon. K2 ist eine sinnvolle Ergänzung im Sinne der Knochenangabe, aber kein Sicherheitszusatz, ohne den D3 problematisch wäre. Reine D3-Präparate stehen in der Kategorie Vitamin D3, die Kombinationen unter Vitamin D3 + K2.
Quellen
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 — Liste der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben über Lebensmittel (amtlicher Wortlaut der Vitamin-D- und Vitamin-K-Angaben)
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII — Nährstoffbezugswerte (Vitamin D 5 µg, Vitamin K 75 µg)
- EFSA NDA Panel, Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin D and its metabolites, EFSA Journal 2023;21(8):8145
- EFSA NDA Panel, Dietary reference values for vitamin K, EFSA Journal 2017;15(5):4780 — keine Ableitung eines Upper Intake Level
- EFSA NDA Panel, Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to vitamin K2 and contribution to the normal function of the heart and blood vessels, EFSA Journal 2012;10(3):2714
- Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengenvorschläge für Vitamin D und Vitamin K in Nahrungsergänzungsmitteln
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Vitamin D und Vitamin K
- Robert Koch-Institut, Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) — Vitamin-D-Status
- Schurgers et al., Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7, Blood 2007;109(8):3279–3283
- Stärken, Zusammensetzung und Verzehrempfehlungen laut Etikett der genannten Produkte
