Ashwagandha Nebenwirkungen: mögliche Risiken im Überblick
Futures Nutrition Redaktion · 11. Februar 2024


Ashwagandha Nebenwirkungen: mögliche Risiken im Überblick
Aktualisiert am 11. August 2026
Die kurze Antwort vorweg: Am häufigsten berichtet werden Beschwerden des Verdauungstraktes — Übelkeit, Erbrechen, Durchfall — dazu Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit und Hautausschläge. Ernster, aber deutlich seltener sind Fallberichte über Leberschäden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät in seiner Mitteilung 039/2024 vom 10. September 2024 insbesondere Kindern, Schwangeren und Stillenden sowie Personen mit einer bestehenden oder früheren Lebererkrankung von Ashwagandha-Präparaten ab und empfiehlt der übrigen Bevölkerung Zurückhaltung. Ein Richtwert für eine gesundheitlich unbedenkliche Aufnahmemenge ließ sich aus der vorliegenden Datenlage bisher nicht ableiten.
Das ist eine unbequeme Auskunft in einem Shop, der Ashwagandha führt — sie steht hier trotzdem, weil sie zur Frage gehört. Dieser Artikel ordnet ein, worauf sich die Behördenbewertung stützt, was in den Fallberichten tatsächlich steht und welche Punkte für die eigene Entscheidung praktisch relevant sind.

Einführung zu Ashwagandha
Ashwagandha ist ein kleiner immergrüner Strauch, der seine Wurzeln in Indien, dem Mittleren Osten und Afrika hat. Die Pflanze spielt eine zentrale Rolle in der ayurvedischen Tradition und wird dort seit Langem vielseitig verwendet.
Was ist Ashwagandha?
- Herkunft: Ursprünglich aus den trockenen Regionen Indiens und Afrikas stammend.
- Wissenschaftlicher Name: Withania somnifera.
- Traditionelle Verwendung: In der ayurvedischen Praxis seit Jahrhunderten vielfältig genutzt.
Botanisch gehört Withania somnifera zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae). Im Deutschen ist die Pflanze auch als Schlafbeere, indischer Ginseng oder Winterkirsche bekannt — drei Namen für dieselbe Art, was den Vergleich von Etiketten gelegentlich erschwert. Verwendet wird traditionell die Wurzel; in europäischen Nahrungsergänzungsmitteln und Teegetränken kommen laut BfR neuerdings auch Blätter zum Einsatz. Als biologisch wirksam gelten vor allem die sogenannten Withanolide und die Alkaloide der Pflanze.
Ashwagandha Verwendung
Ashwagandha wird häufig in Form von Kapseln und Pulvern angeboten und kann auf verschiedene Weisen eingenommen werden:
- Kapseln: Einfach zu dosierende Form für den täglichen Gebrauch.
- Pulver: Flexibel einsetzbar, beispielsweise in Smoothies oder Tees.
Wie sich die Wurzel im Alltag unterbringen lässt, steht ausführlicher in Ashwagandha Rezepte: einfache Ideen für den Alltag.
Ayurvedische Medizin
In der ayurvedischen Tradition zählt Ashwagandha zu den bekanntesten Pflanzen. Sie wird dort – wie auch Ginseng oder Rosenwurz – seit Langem in überlieferten Anwendungen genutzt. Wie sich die beiden Wurzeln in Herkunft, Inhaltsstoffen und Verwendung unterscheiden, steht in Ashwagandha und Ginseng im Vergleich.
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Ashwagandha Dosierung
Die richtige Dosierung von Ashwagandha kann individuell variieren. Es ist ratsam, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese nach Bedarf anzupassen. Eine fachkundige Beratung durch einen Arzt oder Heilpraktiker ist dabei empfehlenswert.
Wichtig für die Einordnung jeder Mengenangabe: Für Ashwagandha existiert keine behördlich abgeleitete Höchstmenge. Das BfR schreibt in der Mitteilung von 2024 ausdrücklich, dass sich ein Richtwert für eine gesundheitlich unbedenkliche Aufnahmemenge aus der vorliegenden Datenlage bisher nicht ableiten ließ. Anders als bei Mineralstoffen — für Magnesium etwa schlägt das BfR 250 mg pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln vor — gibt es hier also keine Zahl, an der man sich orientieren könnte. Was bleibt, ist die Verzehrempfehlung des jeweiligen Herstellers, und die darf nicht überschritten werden.
Ashwagandha in der ayurvedischen Tradition
Ashwagandha ist eine der bekanntesten Pflanzen des Ayurveda und seit Langem Bestandteil überlieferter Anwendungen. Ashwagandha hat dort eine lange Geschichte.
Viele Menschen binden die Wurzel als Nahrungsergänzung in ihre bewusste Alltagsroutine ein.
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Darüber hinaus ist Ashwagandha bei sportlich aktiven Menschen ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel. Wer eine hohe Dosierung und Qualität sucht, findet mit Ashwagandha Extrakt 365 Tabletten eine passende Option.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass viele überlieferte Anwendungen der Pflanze derzeit noch wissenschaftlich untersucht werden. Rechtlich schlägt sich das darin nieder, dass für Ashwagandha in der EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen ist: Botanische Stoffe liegen nach Artikel 28 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 „on hold", und in der Liste der zugelassenen Angaben — Verordnung (EU) Nr. 432/2012 — taucht die Pflanze nicht auf. Wer eine Packung mit einem konkreten Versprechen in der Hand hält, liest etwas, das dort nicht stehen dürfte.
Was die Behörden 2024 zusammengetragen haben
Das BfR hatte bereits 2012 eine Risikobewertung zu Zubereitungen und Extrakten aus der Wurzel von Withania somnifera veröffentlicht. Die damaligen Bedenken stützten sich im Wesentlichen auf zwei Punkte: Hinweise auf eine Beeinflussung der Schilddrüsenfunktion, und die historische Zuschreibung einer Verwendung als Abtreibungsmittel.
Zwischen 2020 und 2024 haben mehrere europäische und internationale Institutionen die jeweils aktuellen Studiendaten neu gesichtet — die Technical University of Denmark (DTU), das niederländische RIVM, die französische ANSES und die australische Therapeutic Goods Administration (TGA). Ihr Ergebnis bestätigt und ergänzt die frühere Bewertung: Ashwagandha-Zubereitungen können den Blutzuckerspiegel, die Sexualhormone, das Zentralnervensystem sowie die Schilddrüsen-, Nebennieren- und Leberfunktion beeinflussen. Für eine verlässliche Ableitung sicherer Zufuhrmengen wurde die Datenqualität weiterhin als ungenügend erachtet, unter anderem weil die Folgen einer langfristigen Einnahme kaum untersucht sind.
Der methodische Kern des Problems, und der Grund, warum die Auskunft so unbestimmt bleibt: In den vorliegenden Humanstudien wurden vor allem mögliche Nutzen untersucht. Unerwünschte Wirkungen wurden dabei nicht systematisch erfasst. Dazu kommt, dass sich Zubereitung, Dosierung, Darreichungsform, Personengruppe und Einnahmedauer von Studie zu Studie unterscheiden und Ashwagandha häufig als Kombinationspräparat vermarktet wird — was Rückschlüsse auf einen kausalen Zusammenhang zusätzlich erschwert.
Zur Einordnung gehört auch die Gegenprobe: Das BfR schreibt selbst, dass eine abschließende Risikobewertung und präzisere Aussagen zu gesundheitlichen Risiken die Datenlage derzeit nicht zulässt. Die Empfehlung ist also eine Vorsichtsmaßnahme bei Kenntnislücken, kein Nachweis eines Schadens. Ein Verkaufsverbot in Deutschland folgt daraus nicht; das BfR hatte 2012 angeregt, die Wurzel in Anhang III Teil C der Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 aufzunehmen — die Liste der Stoffe, die von der EU geprüft werden.
Potenzielle Nebenwirkungen und Risiken von Ashwagandha
Ashwagandha ist in der Naturheilkunde eine beliebte Pflanze, doch es ist wichtig, auch mögliche Nebenwirkungen zu beachten. Das Wissen über diese Risiken hilft dabei, informierte Entscheidungen über die Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels zu treffen.
Die folgende Übersicht fasst zusammen, was in Fallberichten und Studien tatsächlich dokumentiert ist — nicht, was theoretisch denkbar wäre:
| Bereich | Berichtete Erscheinungen | Einordnung |
|---|---|---|
| Verdauungstrakt | Übelkeit, Erbrechen, Durchfall | häufigste Meldungen; auch in klinischen Studien berichtet |
| Zentralnervensystem | Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit | als Akutfolge berichtet |
| Haut | Hautausschläge | als Akutfolge berichtet |
| Leber | Leberschäden bis hin zu akutem Leberversagen | selten, aber schwerwiegend; seit 2017 weltweit Fallberichte |
| Endokrines System | Effekte auf Blutzucker- und Cortisolspiegel, Schilddrüsen- und Sexualhormone | Hinweise aus den Risikobewertungen, keine gesicherte Häufigkeit |
| Immunsystem | mögliche Beeinflussung | Hinweise, Datenlage unzureichend |
Quelle der Aufstellung ist die BfR-Mitteilung 039/2024. Eine Häufigkeitsangabe im Sinne eines Beipackzettels („gelegentlich", „selten") gibt es für Nahrungsergänzungsmittel nicht — dafür fehlt die systematische Erfassung, die Arzneimittel durchlaufen.
Magen-Darm-Probleme durch Ashwagandha
Bei einigen Personen kann Ashwagandha Magen-Darm-Probleme verursachen. Zu den Symptomen gehören:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
Diese Beschwerden treten häufiger auf, wenn das Kraut in hohen Dosen eingenommen wird. Praktisch ist das der häufigste Grund, aus dem jemand die Einnahme nach wenigen Tagen wieder abbricht. Wer die Tablette zu einer Mahlzeit statt auf nüchternen Magen nimmt, umgeht das in vielen Fällen — das ist auch der Grund, warum die Verzehrempfehlungen üblicherweise so formuliert sind.
Leberprobleme durch Ashwagandha
Obwohl selten, gibt es Berichte über Leberprobleme im Zusammenhang mit der Einnahme von Ashwagandha. Die Symptome einer beeinträchtigten Leberfunktion können sein:
- Gelbfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht)
- Dunkler Urin
- Starke Müdigkeit
- Juckreiz
Personen mit bereits bestehenden Lebererkrankungen sollten vor der Einnahme ihren Arzt konsultieren. Nach Einschätzung des BfR gehören sie zu den Gruppen, die besonders empfindlich reagieren können — deshalb steht die Lebererkrankung in der Mitteilung von 2024 an derselben Stelle wie Schwangerschaft und Kindesalter.
Die Datenbank LiverTox der US-amerikanischen National Institutes of Health führt Ashwagandha als eigenes Kapitel. Das dort beschriebene Muster ist auffallend einheitlich: Die Leberschädigung trat typischerweise 2 bis 12 Wochen nach Beginn der Einnahme auf, meist mit cholestatischem oder gemischtem Schädigungsmuster, ausgeprägter Gelbsucht und Juckreiz; die Leberwerte normalisierten sich in der Regel innerhalb von 1 bis 5 Monaten nach dem Absetzen. Grundlage sind unter anderem eine Fallserie aus Island und dem US-amerikanischen Drug-Induced Liver Injury Network (Björnsson et al., Liver International, 2020) sowie weitere seit 2017 publizierte Fälle, darunter auch aus Europa und Deutschland.
Für die Praxis heißt das: Die Zeitspanne, in der etwas auffällt, liegt nicht am ersten Tag, sondern in den ersten Wochen bis Monaten. Wer in dieser Zeit anhaltende Müdigkeit, dunklen Urin, Juckreiz oder eine Gelbfärbung bemerkt, setzt das Präparat ab und lässt die Leberwerte ärztlich prüfen.
Schilddrüse, Blutzucker und Hormone
Die Hinweise auf eine Beeinflussung der Schilddrüsenfunktion gehören zu den ältesten Bedenken gegenüber Ashwagandha und standen schon in der BfR-Bewertung von 2012. Die Neubewertungen von 2020 bis 2024 nennen zusätzlich Effekte auf den Blutzuckerspiegel, die Sexualhormone, das Zentralnervensystem und die Nebennierenfunktion.
Für zwei Gruppen ist das konkret relevant: Wer Schilddrüsenhormone einnimmt und wer den Blutzucker medikamentös einstellt, sollte die Einnahme vorher ärztlich abklären — nicht, weil ein Schaden belegt wäre, sondern weil eine ungeplante Verschiebung eines eingestellten Wertes das eigentliche Problem wäre.
Fehlgeburtsrisiko bei Schwangeren
Schwangere Frauen sollten besonders vorsichtig sein, da Ashwagandha das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen könnte. Es wird allgemein empfohlen, während der Schwangerschaft auf Ashwagandha zu verzichten.
Der Hintergrund ist zweigeteilt. Historisch wird der Pflanze eine Verwendung als Abtreibungsmittel nachgesagt; darauf verweist das BfR ausdrücklich. Hinzu kommt, dass Daten zur Sicherheit für Schwangere, Stillende und Kinder schlicht fehlen. Aus beidem zusammen folgt die eindeutige Empfehlung der Behörde, in diesen Gruppen auf entsprechende Präparate zu verzichten.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Ashwagandha kann mit bestimmten Medikamenten interagieren und deren Wirkung verstärken oder abschwächen. Dazu gehören:
- Antihyperglykämische Medikamente
- Blutdruckmedikamente
- Immunsuppressiva
- Sedativa
Vor dem Beginn einer Supplementierung sollte eine Rücksprache mit einem Arzt erfolgen, um mögliche Wechselwirkungen auszuschließen.
| Arzneimittelgruppe | Warum sie hier steht |
|---|---|
| Antidiabetika | Ashwagandha kann den Blutzuckerspiegel beeinflussen (BfR 2024) |
| Blutdrucksenker | Hinweise auf eine Beeinflussung der Blutdruckregulation (BfR 2024) |
| Immunsuppressiva | Hinweise auf eine Beeinflussung des Immunsystems (BfR 2024) |
| Schilddrüsenpräparate | Hinweise auf eine Beeinflussung der Schilddrüsenfunktion (BfR 2012/2024) |
| Sedativa und beruhigende Arzneimittel | Schläfrigkeit gehört zu den berichteten Akutfolgen |
Die Aufzählung ist keine Liste bewiesener Wechselwirkungen, sondern eine Liste der Stellen, an denen eine Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt sinnvoll ist. Wer regelmäßig verschreibungspflichtige Arzneimittel einnimmt, klärt die Einnahme vorher ab.
Warum sich zwei Packungen kaum vergleichen lassen
Ein Punkt aus der BfR-Mitteilung wird in Ratgebertexten selten aufgegriffen, ist für die Kaufentscheidung aber der praktischste: Art und Gehalt der Inhaltsstoffe unterscheiden sich zwischen einzelnen Nahrungsergänzungsmitteln stark. Das liegt am verwendeten Pflanzenteil — überwiegend Wurzel, teilweise auch Blätter — und am Extraktionsverfahren. Beides beeinflusst die Konzentration der Inhaltsstoffe im fertigen Präparat.
Für den Leser vor dem Regal folgt daraus eine simple Konsequenz: Eine große Milligrammzahl auf der Vorderseite sagt für sich genommen nichts. Vergleichbar wird eine Packung erst über drei Angaben, die zusammengehören — Pflanzenteil, Extraktverhältnis (etwa 10:1) und Withanolid-Gehalt in Prozent. Fehlt eine davon, lässt sich das Produkt nicht einordnen. Denselben Denkfehler machen Käufer bei Mineralstoffen, wo „500 mg Magnesiumcitrat" eben nicht 500 mg Magnesium sind; ausführlicher steht das in Ashwagandha für Studenten.
Unser Ashwagandha Extrakt ist ein Wurzelextrakt mit einem deklarierten Gehalt von 10 % Withanoliden, rein pflanzlich und frei von Gelatine, Laktose und Gluten. Eine Dose enthält 365 Tabletten; die Verzehrempfehlung lautet eine Tablette täglich zu einer Mahlzeit. Die Verzehrempfehlung ist eine Obergrenze und keine Aufforderung, mehr sei besser.
Kombipräparate: was noch in der Tablette steckt
Das BfR nennt Kombinationspräparate als einen Grund, warum sich Ursache und Wirkung bei gemeldeten Beschwerden schwer zuordnen lassen. Wer eine Kombination einnimmt, sollte deshalb wissen, was außer der Wurzel noch enthalten ist — und die Sicherheitshinweise beider Bestandteile lesen, nicht nur die des bekannteren.
Ein Beispiel aus dem eigenen Sortiment ist Ashwagandha mit Melatonin. Für den Melatonin-Anteil gilt eine zugelassene Angabe: Melatonin trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen. Die positive Wirkung stellt sich ein, wenn kurz vor dem Schlafengehen 1 mg Melatonin aufgenommen wird. Für den Ashwagandha-Anteil derselben Tablette gilt sie nicht — und die oben beschriebenen Vorsichtshinweise gelten für die Kombination genauso wie für das Einzelprodukt. Wie sich Melatonin gegenüber pflanzlichen Alternativen einordnet, steht in Melatonin, Baldrian und Ashwagandha im Vergleich.
Sicherheitsrichtlinien und Vorsichtsmaßnahmen bei der Verwendung von Ashwagandha
Es ist wichtig, bei der Einnahme von Ashwagandha einige Sicherheitsrichtlinien zu beachten. Die empfohlene Dauer der Einnahme von Ashwagandha beträgt in der Regel bis zu drei Monate. Obwohl es Fälle gibt, in denen eine längere Anwendung sicher sein kann, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren, bevor Sie eine längerfristige Anwendung in Betracht ziehen. Der Grund für diese Grenze ist kein Nachweis, sondern eine Lücke: Die Folgen einer langfristigen Einnahme sind bislang nur unzureichend untersucht.
Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Verwendung von Ashwagandha während der Schwangerschaft gelegt werden. Es gibt Hinweise darauf, dass die Einnahme von Ashwagandha das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen kann. Deshalb wird schwangeren Frauen generell davon abgeraten, dieses Supplement einzunehmen.
Personen mit bestimmten gesundheitlichen Bedingungen sollten ebenfalls vorsichtig sein. Insbesondere wird empfohlen, dass Personen mit Geschwüren oder Lebererkrankungen Ashwagandha nicht verwenden sollten. Das liegt daran, dass Ashwagandha Magen-Darm-Probleme verursachen und in seltenen Fällen Leberprobleme verschlimmern kann.
Wer nach der Behördenlage verzichten sollte, lässt sich kurz zusammenfassen:
| Gruppe | Empfehlung des BfR (2024) |
|---|---|
| Kinder und Jugendliche | keine Ashwagandha-Präparate — Sicherheitsdaten fehlen |
| Schwangere | keine Ashwagandha-Präparate |
| Stillende | keine Ashwagandha-Präparate |
| Personen mit bestehender oder früherer Lebererkrankung | keine Ashwagandha-Präparate |
| Übrige Allgemeinbevölkerung | Zurückhaltung wegen Kenntnislücken |
| Bei Einnahme bestimmter Arzneimittel | vorher ärztliche Rücksprache |
Es ist wichtig zu betonen, dass auch wenn ein Nahrungsergänzungsmittel wie Ashwagandha natürlich ist, es immer noch das Potenzial für Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten hat. Daher ist es entscheidend, immer Ihren Arzt zu konsultieren, bevor Sie mit der Einnahme eines neuen Supplements beginnen.
Ein struktureller Punkt gehört dazu, weil er oft missverstanden wird: Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich Lebensmittel, keine Arzneimittel. Sie durchlaufen vor dem Inverkehrbringen kein behördliches Zulassungsverfahren, in dem Sicherheit und Verträglichkeit geprüft würden. Für die Sicherheit ist der Lebensmittelunternehmer verantwortlich; die Überwachung des Marktes übernehmen in Deutschland die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder stichprobenartig. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
Häufige Fragen
Ist Ashwagandha in Deutschland verboten?
Nein. Nahrungsergänzungsmittel mit Ashwagandha sind in Deutschland erhältlich. Das BfR spricht eine Empfehlung aus, kein Verbot — und weist gleichzeitig darauf hin, dass die Datenlage eine abschließende Risikobewertung derzeit nicht zulässt. Botanische Stoffe wie Ashwagandha zählen zu den „sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung", deren Verwendung in der EU bislang unzureichend geregelt ist; das BfR hat angeregt, die Wurzel in Anhang III Teil C der Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 aufzunehmen, also der EU-Prüfung zu unterstellen.
Woran merke ich, dass ich Ashwagandha absetzen sollte?
An den Zeichen, die auf die Leber deuten: anhaltende Müdigkeit, Übelkeit, dunkler Urin, Juckreiz, Gelbfärbung von Haut oder Augen. Diese Erscheinungen traten in den dokumentierten Fällen typischerweise zwei bis zwölf Wochen nach Beginn der Einnahme auf. Auch anhaltende Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschläge oder ungewohnte Schläfrigkeit sind Gründe, das Präparat abzusetzen. Bei Verdacht auf eine Leberbeteiligung gehört die Abklärung in ärztliche Hände, nicht in ein Forum.
Sind Nebenwirkungen dosisabhängig?
Für die Magen-Darm-Beschwerden gilt das erfahrungsgemäß: Sie treten häufiger bei hohen Mengen und bei Einnahme auf nüchternen Magen auf. Für die Leberfälle lässt sich das nicht sagen — eine Dosis-Wirkungs-Beziehung ist bislang nicht belegt, und genau deshalb konnte auch kein sicherer Aufnahmewert abgeleitet werden. Die Fallberichte legen eher nahe, dass es Personen gibt, die besonders empfindlich reagieren.
Ist Wurzelpulver sicherer als ein Extrakt?
Das lässt sich nach der derzeitigen Datenlage nicht beantworten. Bekannt ist, dass Pflanzenteil und Extraktionsverfahren die Zusammensetzung stark beeinflussen und dass sich Präparate deshalb deutlich unterscheiden. Ein Extrakt ist konzentrierter, dafür üblicherweise standardisiert und mit deklariertem Withanolid-Gehalt — beim Pulver fehlt diese Angabe meist ganz. Sicherer im Sinne eines Nachweises ist keines von beiden; besser vergleichbar ist das standardisierte Präparat.
Ashwagandha Nebenwirkungen: Das Fazit
Ashwagandha ist eine traditionsreiche Pflanze des Ayurveda, die als Nahrungsergänzungsmittel vielseitig verwendet wird. So beliebt die Wurzel ist – ebenso wichtig ist es, sich der Nebenwirkungen von Ashwagandha und der Risiken von Ashwagandha bewusst zu sein:
- Magen-Darm-Probleme wie Durchfall und Erbrechen bei hohen Dosen
- Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Hautausschläge
- Seltene Fälle von Leberproblemen, typischerweise zwei bis zwölf Wochen nach Beginn
- Hinweise auf Effekte auf Schilddrüse, Blutzucker und Sexualhormone
- Erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt bei Schwangeren
- Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten
Bevor Sie Ashwagandha einnehmen, konsultieren Sie einen Arzt, insbesondere wenn Sie schwanger sind oder an Geschwüren oder Lebererkrankungen leiden. Eine verantwortungsbewusste Anwendung und Beachtung der empfohlenen Dosis und Einnahmedauer kann das Risiko von Ashwagandha Nebenwirkungen minimieren.
Und die ehrlichste Auskunft zum Schluss: Die zuständigen Behörden raten derzeit zur Zurückhaltung, weil zu wenig bekannt ist — nicht, weil ein Schaden nachgewiesen wäre. Wer sich trotzdem für die Wurzel entscheidet, sollte die genannten Gruppen und Arzneimittel im Blick behalten, ein Präparat mit vollständiger Deklaration wählen und bei den beschriebenen Zeichen absetzen.
Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung, Mitteilung 039/2024 vom 10. September 2024 („Ashwagandha: Schlafbeeren-Präparate mit möglichen Gesundheitsrisiken"); BfR-Risikobewertung zu Zubereitungen und Extrakten aus der Wurzel von Withania somnifera, 2012; LiverTox: Clinical and Research Information on Drug-Induced Liver Injury, Kapitel „Ashwagandha", National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases / NCBI Bookshelf; Björnsson HK et al., „Ashwagandha-induced liver injury: A case series from Iceland and the US Drug-Induced Liver Injury Network", Liver International 2020; Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Artikel 28 („on hold" für botanische Stoffe); Verordnung (EU) Nr. 432/2012 (Liste der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben); Verordnung (EG) Nr. 1925/2006, Anhang III Teil C; Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln.


