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Calcium und Magnesium: zusammen oder getrennt?

Futures Nutrition Redaktion · 12. August 2026

Calcium und Magnesium: zusammen oder getrennt?

Calcium und Magnesium: zusammen oder getrennt?

  1. August 2026

Die kurze Antwort: In den Mengen, die in Nahrungsergänzungsmitteln stecken, können Calcium und Magnesium zusammen eingenommen werden — ein zeitlicher Abstand zwischen beiden ist nicht nötig. Was tatsächlich zählt, sind die Portionsgrößen: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 500 mg Calcium und 250 mg Magnesium pro Tag vor — beim Magnesium ausdrücklich verteilt auf zwei oder mehr Portionen.

Davor steht allerdings eine Frage, die im Kombiregal untergeht: ob überhaupt beide fehlen. Calcium und Magnesium sind in Deutschland unterschiedlich gut gedeckt, und sie fehlen auch nicht denselben Menschen. Wer beides ergänzt, weil es zusammen angeboten wird, füllt bei einem der beiden oft nichts auf.

Mandeln in einer Keramikschale auf einem rustikalen Holztisch

Warum die Frage als Paarfrage gestellt wird

Weil die beiden im Regal fast immer nebeneinander stehen — und oft in derselben Tablette, mit „2:1" auf der Schauseite. Diese Zahl stammt aus einer Empfehlung, die eine Obergrenze für die gesamte Tageszufuhr meinte und keine Mischungsanweisung für ein Produkt; woher sie kommt und warum sie keine Kaufentscheidung trägt, steht ausführlich in Magnesium und Calcium: das 2:1-Verhältnis richtig lesen.

Für die Einnahme folgt daraus nichts. Ein Verhältnis ist keine Regel darüber, wann man was schluckt. Und es gibt in der EU auch keine zugelassene Angabe, die die beiden Mineralstoffe miteinander verknüpft: Zugelassen sind Aussagen zu jedem einzeln — Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen und Zähne benötigt. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. (Verordnung (EU) Nr. 432/2012). Sätze, nach denen erst das Magnesium das Calcium „an die richtige Stelle bringt", stehen nicht auf der Liste.

Zwei Nährstoffe, zwei getrennte Rechnungen

Die Nationale Verzehrsstudie II hat für beide Mineralstoffe erhoben, wie viel tatsächlich gegessen wird. Die Zahlen stehen in den Höchstmengen-Stellungnahmen des BfR nebeneinander — und sie sehen für Calcium und Magnesium unterschiedlich aus.

CalciumMagnesium
Referenzwert D-A-CH, Erwachsene1.000 mg pro Tag350 mg (Männer) / 300 mg (Frauen)
Nährstoffbezugsmenge auf dem Etikett800 mg375 mg
NVS II, Median Männer1.052 mg389–454 mg je Altersgruppe
NVS II, Median Frauen964 mg334–378 mg je Altersgruppe
NVS II, 25. Perzentil808 mg (m) / 755 mg (w)
NVS II, 95. Perzentil2.061 mg (m) / 1.734 mg (w)596–809 mg (m)
Höchstmenge des BfR für Nahrungsergänzungsmittel500 mg pro Tag250 mg pro Tag

Beim Magnesium liegen die mittleren Zufuhren also durchweg im Bereich der Referenzwerte. Beim Calcium liegt der Median in fast allen Altersgruppen bei oder über dem Referenzwert — mit zwei Ausnahmen, die das BfR ausdrücklich benennt: weibliche Jugendliche von 14 bis 18 Jahren und die 65- bis 80-Jährigen beider Geschlechter.

Gleichzeitig zeigt die rechte Hälfte der Verteilung, dass Calcium der Nährstoff ist, bei dem eine Ergänzung schneller nach oben ausschlägt: Im 95. Perzentil erreichen junge Männer allein über die Ernährung 2.422 mg pro Tag und schöpfen damit 97 % der tolerierbaren Gesamtzufuhr von 2.500 mg aus (SCF 2003, von der EFSA 2012 bestätigt). Beim Magnesium existiert eine solche Grenze für die Zufuhr aus Lebensmitteln gar nicht — die 250 mg gelten ausschließlich für das, was zusätzlich über ein Präparat dazukommt.

Frau notiert etwas in einem Heft auf der Küchenarbeitsplatte

Praktisch heißt das: Die Entscheidung fällt für jeden der beiden getrennt. Ein paar Tage mitschreiben, was auf den Teller kommt, klärt es schneller als jede Faustregel — die Portionswerte dazu stehen in Calcium-Tagesbedarf: 800 mg Etikett, 1.000 mg Empfehlung.

Was passiert, wenn beides zusammen im Magen liegt

Die Sorge, Calcium blockiere die Magnesiumaufnahme, stammt überwiegend aus Tierversuchen. Beim Menschen ist sie schlechter belegt, als der verbreitete Rat „mindestens zwei Stunden Abstand" vermuten lässt.

Die sauberste Untersuchung dazu ist eine doppelblinde Bilanzstudie aus dem American Journal of Clinical Nutrition (Andon et al., 1996). 26 Mädchen mit einem Durchschnittsalter von 11,3 Jahren erhielten über 14 Tage eine kontrollierte Basiskost mit 667 mg Calcium und 176 mg Magnesium — dazu entweder 1.000 mg zusätzliches Calcium oder ein Placebo. Ergebnis: Die Magnesiumbilanz unterschied sich zwischen 667 und 1.667 mg Calcium pro Tag nicht.

Das ist die entscheidende Größenordnung. 1.667 mg Calcium am Tag erreicht kaum jemand, der eine 200- oder 500-mg-Tablette nimmt. Ein zeitlicher Abstand zwischen Calcium- und Magnesiumpräparat löst also ein Problem, das bei üblichen Mengen nicht auftritt.

Wo Abstände dagegen wirklich zählen: gegenüber Eisen- und Zinkpräparaten sowie gegenüber bestimmten Arzneimitteln — Calcium und Magnesium können deren Aufnahme beeinflussen. Was dort gilt, steht im Beipackzettel und nicht in einem Ratgeber.

Die Portionsgröße ist die eigentliche Stellschraube

Statt auf die Uhr zu schauen, lohnt der Blick auf die Menge je Einnahme. Für beide Mineralstoffe gilt aus unterschiedlichen Gründen dasselbe: kleiner und öfter schlägt groß und einmal.

Beim Calcium sinkt der aufgenommene Anteil mit der Größe der Einzelportion. Robert Heaney und Kollegen maßen 1999 in Osteoporosis International im Mittel 36,0 % Aufnahme bei einer Portion von 300 mg und nur noch 28,4 % bei 1.000 mg. Wer eine größere Tagesmenge ergänzt, holt mehr heraus, indem er sie auf zwei Gelegenheiten verteilt. Dazu kommt die Frage der Verbindung: Calciumcarbonat braucht Magensäure und gehört deshalb zur Mahlzeit, Citrat nicht — nachzulesen in Calciumformen: Carbonat, Citrat, Gluconat im Vergleich.

Beim Magnesium ist der Grund die Verträglichkeit. Die tolerierbare Höchstmenge von 250 mg zusätzlich pro Tag leitete der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU-Kommission aus leichten Durchfällen ab, die bei einem kleinen Teil der Erwachsenen ab etwa 360 bis 365 mg auftreten; neuere Hinweise nennen bereits 300 mg. Weil die zugrunde liegenden Studien mit verteilten Gaben arbeiteten, gilt der Wert ausdrücklich für zwei oder mehr Portionen pro Tag — das BfR übernimmt diese Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel. Wie eng diese Grenze zu lesen ist, steht in Zu viel Magnesium: die 250-mg-Grenze richtig lesen.

Wochendosierer mit Tabletten von oben

Beim Calcium hat das BfR zusätzlich eine Schwelle für einzelne Produkte gezogen: Ab mehr als 250 mg Calcium je Tagesverzehrmenge empfiehlt es einen Hinweis auf der Packung, auf weitere calciumhaltige Nahrungsergänzungsmittel zu verzichten. Wer zwei Präparate kombiniert, sollte also nachrechnen, statt zu addieren, was gerade im Schrank steht.

Ein Tagesplan, wenn man beides nimmt

ZeitpunktWas dorthin passtWarum
FrühstückCalciumportion, bei Carbonat verpflichtend zur MahlzeitSäure löst das Salz; kleinere Portion wird anteilig besser aufgenommen
Mittagerste MagnesiumportionAufteilung nach BfR-Empfehlung
Abendzweite Magnesiumportion, bei Bedarf zweite CalciumportionVerteilung statt Bolus; Tageszeit ist bei beiden frei wählbar
Abstand haltenzu Eisen- und Zinkpräparaten sowie laut Beipackzettel zu Arzneimittelndort ist eine Beeinflussung der Aufnahme beschrieben

Zwischen Calcium und Magnesium selbst steht in dieser Tabelle bewusst kein Abstand. Die Aufteilung im Plan folgt der Verträglichkeit und der Aufnahmerate, nicht einer Konkurrenz der beiden.

Was auf dem Etikett zählt

Verglichen wird immer der Mineralstoff, nicht das Salz. In der Nährwertdeklaration steht die Menge Calcium beziehungsweise Magnesium in Milligramm — die Angaben auf der Schauseite („1.000 mg Calciumcitrat", „500 mg Magnesiumcitrat") meinen dagegen das Verbindungsgewicht und liegen um ein Vielfaches höher als der enthaltene Mineralstoff.

Unser Calcium + Vitamin D3 4.000 I.E. liefert je Tablette 200 mg Calcium — 25 % der Nährstoffbezugsmenge — und bleibt damit unter der 250-mg-Schwelle des BfR. Die Verzehrempfehlung lautet eine Tablette täglich nach einer Mahlzeit.

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Magnesium führen wir getrennt davon, etwa als Magnesiumbisglycinat 150 mg mit 150 mg elementarem Magnesium je Tablette, also 40 % der Nährstoffbezugsmenge. Zwei Einzelprodukte haben gegenüber einer Kombitablette den Vorteil, dass sich die eine Menge ändern lässt, ohne die andere mitzuändern. Alle Mineralstoffe im Überblick zeigt die Kategorie Mineralien.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Häufige Fragen

Muss ich zwischen Calcium und Magnesium Abstand halten? Bei üblichen Mengen nicht. In der Bilanzstudie von Andon (1996) veränderte eine Steigerung von 667 auf 1.667 mg Calcium pro Tag die Magnesiumbilanz nicht. Sinnvoll ist die Aufteilung über den Tag trotzdem — beim Magnesium wegen der Verträglichkeit, beim Calcium wegen der Aufnahmerate.

Ist ein Kombipräparat schlechter als zwei einzelne? Nicht grundsätzlich. Es ist bequemer und in der Regel günstiger, bindet aber beide Mengen aneinander. Wer bei einem der beiden Nährstoffe ohnehin gut versorgt ist — bei Calcium ist das laut NVS II die Mehrheit —, ergänzt mit einer Kombitablette einen Teil, den er nicht braucht.

Warum liegt die Magnesiumgrenze bei 250 mg und die für Calcium bei 500 mg? Weil die beiden Zahlen unterschiedliche Dinge messen. Die 250 mg beim Magnesium sind eine tolerierbare Höchstmenge für die zusätzliche Zufuhr, abgeleitet aus einer milden, vorübergehenden abführenden Wirkung. Die 500 mg beim Calcium sind ein Vorschlag des BfR für Nahrungsergänzungsmittel, der berücksichtigt, dass die Ernährung bereits einen großen Teil der Gesamtzufuhr von bis zu 2.500 mg abdeckt.

Ich nehme beides und habe weichen Stuhl — woran liegt das? Am wahrscheinlichsten am Magnesium: Leichte Durchfälle sind die erste unerwünschte Wirkung überhöhter zusätzlicher Zufuhren und der Grund für die 250-mg-Grenze. Die Tagesmenge auf zwei Portionen zu verteilen ist die naheliegende erste Maßnahme; bei eingeschränkter Nierenfunktion gehören beide Mineralstoffe ohnehin in ärztliche Hand.


Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung, „Höchstmengenvorschläge für Calcium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln" — Höchstmenge 500 mg pro Tag für Nahrungsergänzungsmittel, Hinweisempfehlung ab 250 mg je Tagesverzehrmenge, UL 2.500 mg (SCF 2003, EFSA 2012), D-A-CH-Referenzwerte, NVS-II-Perzentile für Calcium; Bundesinstitut für Risikobewertung, „Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln" — Höchstmenge 250 mg pro Tag verteilt auf zwei oder mehr Portionen, UL des SCF (2001) für zusätzliche Zufuhren, Ableitung aus milden Durchfällen ab 360/365 mg und Hinweise ab 300 mg (Roffe et al. 2002; Supakatisant und Phupong 2015), D-A-CH- und EFSA-Referenzwerte, NVS-II-Mediane für Magnesium; Max Rubner-Institut, Nationale Verzehrsstudie II, Ergebnisbericht Teil 2 (2008); Andon MB, Ilich JZ, Tzagournis MA, Matkovic V, „Magnesium balance in adolescent females consuming a low- or high-calcium diet", Am J Clin Nutr 1996;63(6):950–953 (PMID 8644692); Heaney RP, Dowell MS, Barger-Lux MJ, „Absorption of calcium as the carbonate and citrate salts, with some observations on method", Osteoporos Int 1999;9(1):19–23 (PMID 10367025); Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII (Nährstoffbezugsmengen 800 mg Calcium, 375 mg Magnesium); Verordnung (EU) Nr. 432/2012 (amtlicher Wortlaut der zugelassenen Angaben); Zusammensetzung laut Etikett der genannten Produkte.