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Magnesium im Kombipräparat: wie viel ist drin?

Futures Nutrition Redaktion · 14. August 2026

Magnesium im Kombipräparat: wie viel ist drin?

Magnesium im Kombipräparat: wie viel ist drin?

Wenn auf einer Dose neben der Hauptzutat noch „mit Magnesium" steht, ist die Menge meistens dieselbe: 56,25 mg je Tagesportion, das sind 15 % der Nährstoffbezugsmenge. Das ist genau die gesetzliche Mindestmenge, ab der ein Hersteller das Wort Magnesium überhaupt auf die Packung schreiben darf. Die große Zahl auf der Vorderseite meint dagegen fast nie das Magnesium selbst, sondern die Verbindung, in der es steckt — oder gleich die Pflanze daneben.

Dieser Artikel zeigt, wo die Zahl steht, die zählt, wie man von der Verbindung auf das elementare Magnesium umrechnet und wie man mehrere Präparate zusammenzählt, ohne sich zu verschätzen.

Drei Stellen, an denen „Magnesium" auf der Packung steht

Auf einem Kombipräparat taucht das Wort bis zu dreimal auf — und nur eine der drei Stellen beantwortet die Frage nach der Menge.

  1. Die Vorderseite. Hier steht der Produktname und oft eine Milligrammzahl. Sie kann sich auf die Verbindung beziehen, auf die Ausgangsmenge eines Pflanzenauszugs oder auf die gesamte Tablette. Als Nährwertangabe ist sie nicht geregelt.
  2. Die Nährwerttabelle. Hier steht die Zeile, auf die es ankommt: die Menge je empfohlener Tagesportion und der Prozentsatz der Nährstoffbezugsmenge. Nach § 4 Absatz 3 der Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV) sind das Durchschnittswerte, die auf der Analyse des Erzeugnisses durch den Hersteller beruhen — also gemessen, nicht überschlagen. Diese Zahl meint immer das elementare Magnesium, unabhängig von der Verbindung.
  3. Die Zutatenliste. Hier steht die Verbindung selbst, etwa Magnesiumoxid oder Magnesiumcitrat. Häufig steht dort ein zweites Mal „Magnesium", nämlich als Trennmittel Magnesiumsalze von Speisefettsäuren. Das ist ein technologischer Hilfsstoff im einstelligen Milligrammbereich; er trägt rechnerisch Bruchteile eines Milligramms zum Magnesiumgehalt bei und wird nicht mitgezählt.

Faustregel für das Regal: Vorderseite ignorieren, Nährwerttabelle lesen.

Von der Verbindung zum Element umrechnen

Magnesium liegt in Tabletten nie allein vor, sondern immer an einen Partner gebunden — und der wiegt mit. Der Anteil, der tatsächlich Magnesium ist, heißt Elementaranteil und schwankt um mehr als das Vierfache. Deshalb sagt die Rohstoffmenge in der Zutatenliste ohne Umrechnung nichts aus:

VerbindungElementaranteil (ca.)Rohstoff für 56,25 mgRohstoff für 150 mg
Magnesiumoxid60 %94 mg250 mg
Magnesiumcarbonat28 %201 mg536 mg
Magnesiumcitrat16 %352 mg938 mg
Magnesiummalat15 %375 mg1 000 mg
Magnesiumbisglycinat14 %402 mg1 071 mg

Die letzte Spalte erklärt, warum in Kombipräparaten fast immer Magnesiumoxid steht: In einer Tablette, in der noch ein Pflanzenauszug, ein zweiter Mineralstoff und Füllstoff Platz finden müssen, sind 94 mg Rohstoff machbar und 402 mg nicht. Wie sich die Formen sonst unterscheiden, steht in Magnesiumformen im Vergleich.

Wichtig für die Praxis: In der Zutatenliste steht die Verbindung meistens ohne Mengenangabe. Dann lässt sich der Weg nicht rückwärts gehen — die Nährwerttabelle ist die einzige belastbare Quelle. Umgekehrt funktioniert es immer: Steht dort „Magnesium 56,25 mg (15 %)", ist das der Wert, mit dem gerechnet wird, egal welche Verbindung darunter in der Zutatenliste auftaucht.

Warum so oft ausgerechnet 15 % dastehen

Die Zahl ist kein Zufall, sondern eine Schwelle. Die Nährstoffbezugsmenge für Magnesium beträgt nach Anhang XIII Teil A der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 375 mg pro Tag; 15 % davon gelten als signifikante Menge, und 15 % von 375 mg sind eben 56,25 mg.

Ab dieser Schwelle passiert zweierlei. Erstens darf der Hersteller nach dem Anhang der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 überhaupt „Magnesiumquelle" oder sinngemäß „mit Magnesium" auf die Packung schreiben. Zweitens darf er die zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben verwenden, die in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 stehen — jede davon ist an die Bedingung geknüpft, dass das Produkt die Mindestanforderungen an eine Magnesiumquelle erfüllt. Unterhalb von 56,25 mg dürfte auf einer Weißdorn- oder Kräuterdose praktisch nichts stehen außer der Zutatenliste.

Die nächste Stufe ist doppelt so hoch: „Hoher Magnesiumgehalt" verlangt nach demselben Anhang mindestens das Doppelte des Quellenwerts, also 112,5 mg oder 30 % der Nährstoffbezugsmenge. Wer diese beiden Zahlen kennt, liest jede Kombipackung in Sekunden: 56,25 mg heißt Mindestmaß, 112,5 mg heißt bewusst höher dosiert.

Weißdorn plus Magnesium – 180 Tabletten

Unser Weißdorn + Magnesium ist ein solcher Fall: 56,25 mg Magnesium aus Magnesiumoxid je Tablette, dazu der Beerenextrakt im Verhältnis 20:1. Warum der Mineralstoff dort steht und was er rechtlich leistet, ist ausführlich in Weißdorn und Magnesium: warum die Kombination? aufgeschrieben; wie die Extraktangabe daneben zu lesen ist, steht in Weißdorn-Extrakt: was 20:1 bedeutet.

„Je Tagesportion" ist nicht „je Tablette"

Weiße Tabletten in einem angebrochenen Blister

Der häufigste Rechenfehler beim Vergleich zweier Kombipräparate steckt in der Bezugsgröße. Die NemV verlangt in § 4 Absatz 2 die Angabe der empfohlenen täglichen Verzehrsmenge in Portionen — das können eine, zwei oder drei Tabletten sein. Alle Angaben der Nährwerttabelle beziehen sich auf diese Portion, nicht auf das Stück.

Zwei Produkte mit identischer Tabelle können sich deshalb um den Faktor drei unterscheiden:

  • Produkt A: 60 mg Magnesium je Tagesportion, Portion = 1 Tablette → 60 mg pro Tablette.
  • Produkt B: 60 mg Magnesium je Tagesportion, Portion = 3 Tabletten → 20 mg pro Tablette, und die Dose ist nach einem Drittel der Tage leer.

Für den Preisvergleich wird deshalb immer auf die Tagesportion und auf den Tag gerechnet, nie auf die Tablette. Wie das im Einzelnen geht, steht in Magnesium kaufen: Preis je mg richtig vergleichen.

Mehrere Präparate zusammenzählen

Person sortiert Tabletten aus Blistern in eine Wochenbox

Magnesium steckt in mehr Präparaten, als man im Kopf hat: in Pflanzenkombis, in Mineralstoffmischungen, in Sportgetränkepulvern, in Calcium-Magnesium-Produkten. Wer mehreres nebeneinander nimmt, addiert diese Mengen — und die einzige Zahl, gegen die sich das Ergebnis sinnvoll halten lässt, ist der Höchstmengenvorschlag des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR): 250 mg Magnesium pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln, verteilt auf mindestens zwei Einnahmen. Der maßgebliche Effekt darüber ist osmotisch bedingter Durchfall, kein Vergiftungsrisiko.

Eine Beispielrechnung mit zwei Produkten aus unserem Sortiment:

PräparatTagesportionMagnesiumAnteil NRV
Weißdorn + Magnesium1 Tablette56,25 mg15 %
Magnesiumbisglycinat 150 mg1 Tablette150 mg40 %
Summe206,25 mg55 %

Das bleibt unter den 250 mg. Käme noch ein Elektrolytpulver mit 100 mg dazu, wären es 306 mg — darüber. Die 375 mg der Nährstoffbezugsmenge sind übrigens kein Gegenargument: Sie gelten für die gesamte Zufuhr einschließlich Essen und Trinken, die 250 mg nur für das, was zusätzlich dazukommt. Warum sich die beiden Zahlen nicht widersprechen, steht in Zu viel Magnesium: die 250-mg-Grenze richtig lesen.

Wann das Kombipräparat reicht — und wann nicht

Die zugelassenen Angaben gelten dem Nährstoff, nicht der Dosis: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei und Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei dürfen bereits ab 56,25 mg je Tagesportion verwendet werden. Das heißt aber nicht, dass 15 % der Nährstoffbezugsmenge und 40 % dasselbe leisten.

Praktisch lässt sich das so entscheiden:

  • Sie wollen die andere Zutat — den Pflanzenauszug, das Vitamin, den zweiten Mineralstoff. Dann ist das Magnesium ein kleiner Zuschlag, und 15 % genügen.
  • Sie wollen gezielt Magnesium. Dann führt der Weg über ein reines Produkt. Unser Magnesiumbisglycinat 150 mg liefert 150 mg elementares Magnesium je Tablette; die übrigen Verbindungen stehen in der Kategorie Magnesium, Kombinationen mit Pflanzenauszügen in der Kategorie Weißdorn.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Häufige Fragen

Zählt das Magnesium aus dem Trennmittel mit? Nein. Magnesiumsalze von Speisefettsäuren enthalten rund 4 % Magnesium; bei 10 mg Trennmittel sind das etwa 0,4 mg. Für die Tagesbilanz spielt das keine Rolle, und in der Nährwerttabelle taucht es nicht als Nährstoffportion auf. Wer die Zutatenliste überfliegt und zweimal „Magnesium" liest, sollte deshalb nicht zweimal rechnen.

Auf der Vorderseite steht eine viel größere Zahl als in der Tabelle. Ist das zulässig? In der Regel ja — die beiden Zahlen meinen Verschiedenes. „500 mg" auf der Vorderseite kann die Verbindung meinen, aus der 80 mg elementares Magnesium werden, oder die Ausgangsmenge eines Extrakts. Verbindlich ist die Nährwerttabelle mit dem Bezug auf die Tagesportion.

Ist Magnesiumoxid im Kombipräparat eine schlechtere Wahl? Es ist die platzsparende Wahl. Oxid hat den höchsten Elementaranteil, löst sich aber schlechter als organische Verbindungen; in Untersuchungen zur Aufnahme schneiden organische Formen tendenziell besser ab, die Unterschiede sind je nach Studie unterschiedlich groß. Die zugelassenen Angaben unterscheiden nicht nach Verbindung.

Wie erkenne ich ein Kombipräparat, in dem Magnesium nur Beiwerk ist? An zwei Zeichen: Der Anteil liegt bei genau 15 % der Nährstoffbezugsmenge, und das Magnesium steht in der Zutatenliste weit hinten. Das ist kein Mangel, sondern eine Bauart — man sollte sie nur nicht mit einem Magnesiumpräparat verwechseln.

Quellen: Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII Teil A (Nährstoffbezugsmenge Magnesium 375 mg; signifikante Menge 15 %) · Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Anhang, Einträge „Vitaminquelle und/oder Mineralstoffquelle" und „Hoher Vitamin- und/oder Mineralstoffgehalt" (mindestens das Doppelte) sowie Erwägungsgrund 20 · Verordnung (EU) Nr. 432/2012, zugelassene Angaben zu Magnesium mit der Bedingung „Mindestanforderungen an eine Magnesiumquelle" · Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV) § 4 Absatz 2 und Absatz 3 · Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengenvorschlag für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln (250 mg/Tag, 2017) · Scientific Committee on Food, Tolerable Upper Intake Level of Magnesium, 2001 · Produktdeklarationen Weißdorn + Magnesium (180 Tabletten) und Magnesiumbisglycinat 150 mg (120 Tabletten).