Vitamin D3 + K2 kaufen: Etikett, Preis, Vorrat
Futures Nutrition Redaktion · 11. August 2026

Vitamin D3 + K2 kaufen: Etikett, Preis, Vorrat
Beim Vergleich zweier D3-K2-Dosen führen zwei Zahlen regelmäßig in die Irre: der Preis der Packung und die Stückzahl darauf. Beide sagen für sich genommen nichts. Was zählt, ist der Preis je Tag — und den bekommt man aus drei Angaben, die auf jedem Etikett stehen müssen: die Menge je Tablette, die vorgesehene Verzehrmenge und die Stückzahl. Eine Dose mit 180 Tabletten kann damit doppelt so lange reichen wie eine mit 360 und trotzdem weniger kosten.
Diese Seite erklärt, welche Angaben das Gesetz verlangt, wie man aus ihnen den Preis je Tag rechnet und woran man eine Deklaration erkennt, mit der sich überhaupt rechnen lässt.
Was auf dem Etikett stehen muss
Für Nahrungsergänzungsmittel gilt in Deutschland zusätzlich zur Lebensmittelinformationsverordnung die Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV). Ihr § 4 Absatz 2 verlangt fünf Angaben: die Namen der kennzeichnenden Nährstoffkategorien, die empfohlene tägliche Verzehrsmenge in Portionen, den Warnhinweis „Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden.", einen Hinweis darauf, dass das Erzeugnis kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung ist, und einen Hinweis, das Produkt außerhalb der Reichweite kleiner Kinder zu lagern.
Für den Preisvergleich entscheidend ist Absatz 3. Danach muss die Menge der Nährstoffe angegeben werden — bezogen auf die auf dem Etikett angegebene tägliche Verzehrsmenge, nicht auf die Tablette. Dazu kommt der Prozentsatz der Referenzwerte aus Anhang XIII Teil A der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Für Vitamin D liegt dieser Bezugswert bei 5 µg, für Vitamin K bei 75 µg.
Daraus folgen zwei Dinge, die man beim Vergleich im Kopf behalten sollte. Erstens: Wenn eine Dose vorsieht, dass man alle zwanzig Tage eine Tablette nimmt, kann sich die Nährwerttabelle auf eine ganz andere Bezugsgröße beziehen als die große Zahl auf der Vorderseite. Zweitens: Die Prozentangabe ist bei Vitamin D fast immer vierstellig — 4.000 I.E. sind 100 µg und damit 2.000 % des Referenzwerts. Diese Zahl bewertet nichts, sie rechnet nur um. Der Bezugswert von 5 µg ist ein Kennzeichnungswert aus einem Anhang, kein Bedarfswert; die DGE nennt als Schätzwert bei fehlender körpereigener Bildung 20 µg pro Tag.
Und eine Angabe, die fehlen kann, obwohl man sie braucht: die Mikrogramm-Menge des Vitamin K2. „Vitamin K2 (MK-7)" ohne Zahl ist eine Formangabe, keine Mengenangabe — damit lässt sich kein Preis je Mikrogramm bilden. Auf dem Etikett steht sie, in Produktbeschreibungen nicht immer.
Die Rechnung: Preis je Tag statt Preis je Dose
Die Verzehrempfehlung ist bei D3-K2-Präparaten die interessanteste Zeile, weil sie sich von Produkt zu Produkt um den Faktor zwanzig unterscheidet. Multipliziert man sie mit der Stückzahl, kommt die Reichweite heraus — die einzige Zahl, mit der sich Preise vergleichen lassen.
| Präparat | je Tablette | Stück | laut Etikett | rechnerische Reichweite |
|---|---|---|---|---|
| D3 4.000 I.E. + K2 200 µg | 100 µg D3, 200 µg K2 | 365 | täglich (oder jeden 2. Tag) | 365 Tage (bzw. 730) |
| D3 5.000 I.E. + K2, vegan | 125 µg D3 | 365 | alle 5 Tage | 1.825 Tage |
| Liposomales D3 5.000 I.E. + K2 | 125 µg D3, 100 µg K2 | 180 | alle 5 Tage | 900 Tage |
| D3 10.000 I.E. + K2 200 µg | 250 µg D3, 200 µg K2 | 180 | alle 10 Tage | 1.800 Tage |
| D3 10.000 I.E. + K2 200 µg, vegan | 250 µg D3, 200 µg K2 | 360 | alle 10 Tage | 3.600 Tage |
| D3 20.000 I.E. + K2 200 µg, vegan | 500 µg D3, 200 µg K2 | 180 | alle 20 Tage | 3.600 Tage |
| D3 20.000 I.E. + K2 200 µg | 500 µg D3, 200 µg K2 | 360 | alle 20 Tage | 7.200 Tage |
Eine Lücke steht absichtlich in der Tabelle: Bei der 5.000er-Jahresvorratsdose nennt die Produktbeschreibung nur die Form des Vitamin K2, nicht die Menge. Die steht auf dem Etikett — für eine Rechnung je Mikrogramm fehlt sie an dieser Stelle trotzdem.
Mit der letzten Spalte ist die Rechnung eine Division: Preis ÷ Reichweite = Preis je Tag. Ein Beispiel mit den Preisen vom 11. August 2026: Die 10.000er mit 180 Tabletten kostet 12,09 € und reicht rechnerisch 1.800 Tage — 0,67 Cent am Tag. Die 20.000er mit 180 Tabletten kostet 14,29 € und reicht 3.600 Tage — 0,40 Cent am Tag. Die teurere Dose ist je Tag rund 40 % günstiger, weil dieselbe Tablettenzahl beim doppelten Intervall doppelt so lange reicht.
Beide liefern dabei rechnerisch dieselbe Menge: 1.000 I.E. pro Tag. Das gilt für fast alle Präparate in der Tabelle und ist kein Zufall — die Intervalle sind so gewählt. Die Ausnahme ist die 4.000er, die täglich genommen wird und damit viermal so viel liefert. Was das bedeutet und wo die amtlichen Bezugswerte liegen, steht in Vitamin D3 + K2 Dosierung.
Der Vollständigkeit halber: Aktionspreise drehen so eine Rangfolge kurzfristig um. Genau deshalb lohnt es, die Reichweite einmal zu notieren und den Preis beim Kauf selbst einzusetzen, statt sich eine Rangliste zu merken.
„365 Tabletten" ist keine Angabe über die Reichweite
Die Stückzahl auf der Vorderseite wird oft als Vorratsgröße gelesen — 365 Tabletten, also ein Jahr. Das stimmt genau dann, wenn täglich eine genommen wird. Bei einem Zwanzig-Tage-Rhythmus reichen 360 Tabletten rechnerisch 7.200 Tage, also fast zwanzig Jahre.
Diese Rechnung ist kein Argument gegen die große Dose, aber ein Argument dafür, sie bewusst zu wählen. Jedes Lebensmittel trägt nach Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe f der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 ein Mindesthaltbarkeitsdatum, und keine Vitamintablette hat eines, das zwanzig Jahre in der Zukunft liegt. Was über dieses Datum hinaus im Schrank steht, ist kein Vorrat, sondern nur Inhalt.

Praktisch heißt das: Erst das Intervall wählen, dann die Dosengröße dazu. Wer alle zwanzig Tage eine Tablette nimmt, ist mit 180 Stück für rund zehn Jahre versorgt — die 360er lohnt eher für zwei Personen im Haushalt. Wer täglich eine nimmt, für den ist eine 365er-Dose tatsächlich ein Jahresvorrat. Das Datum steht auf der Dose, und es zu prüfen dauert kürzer als der Preisvergleich.
Tablette, Kapsel oder Tropfen — was die Form ändert
Vitamin D ist fettlöslich, und daraus wird im Handel viel Marketing gemacht. Für die Kaufentscheidung sind drei Dinge relevant.
Tropfen brauchen ein Trägeröl — üblich sind MCT-Öl aus Kokos, Oliven- oder Sonnenblumenöl. Es steht in der Zutatenliste und ist die Zutat, die bei Tropfen mengenmäßig dominiert. Ihr Vorteil ist die freie Dosierbarkeit, ihr Nachteil die Dosiergenauigkeit: Ein Tropfen ist keine geeichte Einheit, und ob die Flasche senkrecht gehalten wird, ändert das Volumen.

Tabletten enthalten kein Öl. Das ist kein Mangel: Das Fett, das die Aufnahme unterstützt, kommt aus der Mahlzeit, zu der man sie nimmt — deshalb steht in den Verzehrempfehlungen „zu einer Mahlzeit". Warum dabei die Mahlzeit zählt und die Uhrzeit nicht, steht in Vitamin D3 mit K2 einnehmen.
Kapseln bringen eine zusätzliche Zutat mit, die Hülle. Weichkapseln bestehen klassisch aus Gelatine, die pflanzliche Alternative ist HPMC aus Cellulose; die liposomale Variante in unserem Sortiment nutzt HPMC. Wer vegan einkauft, prüft ohnehin mehr als die Hülle — welche Zutaten das sind, steht in Veganes Vitamin D3 mit K2.
Vier Angaben, an denen man eine belastbare Deklaration erkennt
- „All-trans" beim K2. MK-7 kann als all-trans- oder als cis-Isomer vorliegen; biologisch verwertbar ist die all-trans-Form. Übliche Angaben lauten „99,7 %+ All-Trans". Fehlt der Hinweis, fehlt eine Qualitätsaussage — mehr zur Sache in Vitamin K2: MK-7 oder MK-4.
- Beide Mengen in absoluten Einheiten. I.E. oder µg für D3, µg für K2, jeweils mit klarer Bezugsgröße. Prozentangaben allein reichen nicht.
- Die vollständige Zutatenliste. Bei einer Tablette sind vier Einträge realistisch: Vitamin D3, Vitamin K2, ein Füllstoff wie mikrokristalline Cellulose und ein Trennmittel. Eine längere Liste ist kein Ausschlusskriterium, eine fehlende Liste schon.
- Der Hinweis zu Gerinnungshemmern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Vitamin-K-haltige Nahrungsergänzungsmittel einen Warnhinweis: Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, sollte vorher ärztlichen Rat einholen. Das BfR schlägt zugleich Höchstmengen von 80 µg Vitamin K1 beziehungsweise 25 µg Vitamin K2 je Tagesportion vor. Welche Wirkstoffgruppe betroffen ist und welche nicht, klärt Vitamin D3 + K2 und Blutverdünner.
Alle Stärken nebeneinander stehen in der Kategorie Vitamin D3 + K2, die Kapselvariante in der Kategorie Vitamin D3 + K2 Liposomal.
Was auf der Dose stehen darf
Zulässig sind nur die gesundheitsbezogenen Angaben aus der Verordnung (EU) Nr. 432/2012, und zwar im amtlichen Wortlaut. Für ein D3-K2-Präparat sind das unter anderem:
- Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
- Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
- Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
- Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei.
Alles, was darüber hinausgeht, ist Werbung ohne Grundlage — ein brauchbares Kriterium beim Vergleich zweier Anbieter. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
Häufige Fragen
Ist die größere Dose immer günstiger?
Nein — günstiger ist, was je Tag weniger kostet, und das hängt vom Einnahmeintervall ab. Zwei Dosen mit je 180 Tabletten können sich in der Reichweite um den Faktor zwei unterscheiden, wenn die eine alle zehn und die andere alle zwanzig Tage vorgesehen ist. Die Stückzahl allein trägt den Vergleich nicht.
Wie rechne ich den Preis je Mikrogramm K2?
Menge je Tablette mal Stückzahl ergibt die Gesamtmenge; der Preis geteilt durch diese Zahl ist der Preis je Mikrogramm. Bei 200 µg und 180 Tabletten sind das 36.000 µg. Aussagekräftig ist die Zahl allerdings nur beim Vergleich gleichartiger Präparate — mehr K2 ist kein Gütekriterium, sondern eine andere Menge.
Was bedeutet „2.000 % NRV" auf der Packung?
Dass die angegebene Verzehrmenge das Zwanzigfache des Referenzwerts aus Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 enthält. Bei Vitamin D liegt dieser Wert bei 5 µg und ist ein reiner Kennzeichnungswert. Die Prozentzahl ist deshalb eine Umrechnung, keine Bewertung.
Woran erkenne ich ein schlecht deklariertes Präparat?
An fehlenden Bezugsgrößen. Wenn nicht klar wird, worauf sich die Nährwerttabelle bezieht, wenn beim K2 nur die Form und keine Menge steht oder wenn die Zutatenliste nicht auffindbar ist, lässt sich das Produkt nicht vergleichen — unabhängig davon, wie gut es sein mag.
Quellen: Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV), § 4 Absätze 2 und 3; Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Artikel 9 Absatz 1 und Anhang XIII Teil A (Nährstoffbezugswerte: Vitamin D 5 µg, Vitamin K 75 µg); Richtlinie 2002/46/EG, Anhang I und II; Verordnung (EU) Nr. 432/2012 (Liste der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben, amtlicher Wortlaut); Bundesinstitut für Risikobewertung, „Höchstmengenvorschläge für Vitamin K in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln" (80 µg Vitamin K1 bzw. 25 µg Vitamin K2 je Tagesportion, Warnhinweis für Personen unter gerinnungshemmender Therapie); Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Vitamin D (Schätzwert 20 µg pro Tag bei fehlender endogener Synthese); Stärken, Stückzahlen, Zutatenlisten und Verzehrempfehlungen laut Etikett und Produktangaben der genannten Präparate; Preise Stand 11. August 2026.


