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Vitamin D3 + K2

Veganes Vitamin D3 mit K2: worauf es ankommt

Futures Nutrition Redaktion · 11. August 2026

Veganes Vitamin D3 mit K2: worauf es ankommt

Veganes Vitamin D3 mit K2: worauf es ankommt

Ein Kombipräparat aus Vitamin D3 und K2 enthält zwei Wirkstoffe mit zwei völlig verschiedenen Herkunftsgeschichten — und nur eine davon ist beim Kauf noch offen. Vitamin K2 in der Form MK-7 entsteht durch bakterielle Fermentation und ist damit nichttierischen Ursprungs; das gilt praktisch für jedes Präparat im deutschen Handel. Vitamin D3 dagegen wird üblicherweise aus Lanolin gewonnen, dem Wollfett des Schafs. Ausgerechnet dieser Stoff ist in den deutschen Leitsätzen namentlich als das genannt, was ein Lebensmittel zu einem vegetarischen macht — und eben nicht zu einem veganen.

Wer vegan einkauft, prüft an einer D3-K2-Dose also nicht das K, sondern das D. Und danach das, was sonst noch in der Zutatenliste steht: Kapselhülle, Trägeröl, Trennmittel.

Zwei Vitamine, drei Herkunftsfragen

Bestandteilüblicher Rohstofftierischen Ursprungs?
Vitamin D3 (Cholecalciferol)Lanolin aus Schafwolleja
Vitamin D3 (Cholecalciferol)Flechtennein
Vitamin D2 (Ergocalciferol)UV-behandelte Hefe oder Pilzenein
Vitamin K2 (MK-7)Fermentation mit Bacillus subtilisnein
KapselhülleGelatine — oder HPMC (Cellulose)je nach Präparat
Trägeröl in Tropfen und WeichkapselnMCT-, Oliven- oder Sonnenblumenölmeist nein
Trennmittel „Magnesiumsalze der Speisefettsäuren"pflanzliche oder tierische Fettsäurenje nach Präparat

Die Tabelle erklärt, warum die Auslobung „vegan" auf einer Packung mehr aussagt als jede einzelne Zutat: Sie bezieht sich auf das gesamte Erzeugnis, nicht nur auf das Vitamin, das im Produktnamen steht.

Warum Lanolin die Grenze markiert

Für die Begriffe „vegan" und „vegetarisch" gibt es bis heute keine unionsrechtliche Definition. Artikel 36 Absatz 3 Buchstabe b der Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011 beauftragt die Kommission ausdrücklich damit, dafür Durchführungsvorschriften zu erlassen — geschehen ist das nicht. In Deutschland füllen zwei Dokumente die Lücke: die Definitionen, auf die sich die Verbraucherschutzministerkonferenz am 22. April 2016 verständigt hat, und die Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel des Deutschen Lebensmittelbuchs in der Neufassung vom 10. September 2024 (BAnz AT 09.10.2024 B2), die diese Definitionen übernehmen.

Vegan sind danach Lebensmittel, „die keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine Zutaten (einschließlich Lebensmittelzusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen und Enzyme) oder Verarbeitungshilfsstoffe … die tierischen Ursprungs sind, … zugesetzt oder verwendet worden sind". Vegetarisch sind Lebensmittel, die dieselben Anforderungen erfüllen, bei denen aber eine kurze, abschließend aufgezählte Gruppe tierischer Stoffe erlaubt bleibt: Milch, Kolostrum, Farmgeflügeleier, Bienenhonig, Bienenwachs, Propolis — und „Wollfett/Lanolin aus von lebenden Schafen gewonnener Wolle".

Damit ist die Sache für Vitamin D3 entschieden, ohne dass man über Tierwohl diskutieren müsste. Für Lanolin wird kein Tier getötet, es fällt beim Waschen geschorener Wolle an; genau deshalb steht es auf der vegetarischen Liste. Auf der veganen steht es nicht. Wenn eine Vitamin-D-Dose „vegetarisch" ausgelobt ist und nicht „vegan", ist das in aller Regel kein Versehen der Marketingabteilung, sondern die Auskunft über den Rohstoff.

Streng genommen gelten die Leitsätze für Lebensmittel, die tierischen Erzeugnissen nachempfunden sind — eine Tablette gehört nicht dazu. Die Begriffsbestimmungen selbst stammen aber aus dem VSMK-Beschluss und sind der Maßstab, den die Lebensmittelüberwachung auch sonst anlegt.

Flechten: woher das vegane D3 kommt

Eine Flechte ist kein Moos, sondern eine Lebensgemeinschaft aus einem Pilz und einer Alge oder einem Cyanobakterium. Dass sie Vitamin D3 enthält, ist gut dokumentiert: Wang und Kollegen wiesen in der Rentierflechte Cladina arbuscula Provitamin D2, Vitamin D2 und Vitamin D3 nach und bestimmten den D3-Gehalt auf 0,67 bis 2,04 µg je Gramm Trockenmasse (Journal of Photochemistry and Photobiology B, 2001). Der Gehalt stieg mit der UV-B-Belastung am Standort, gemessen an Populationen entlang eines Bogens von Finnland bis Griechenland — dieselbe Photochemie also, die auch in der menschlichen Haut abläuft.

Diese Zahlen erklären zugleich, warum in keiner Tablette einfach getrocknete Flechte steckt. 20.000 I.E. Vitamin D3 entsprechen 500 µg. Bei 2 µg je Gramm müsste man dafür rund 250 Gramm Flechte in eine einzige Tablette pressen. Verarbeitet wird deshalb ein Extrakt, der auf einen definierten Gehalt eingestellt ist — vergleichbar dem Weg, den auch das Lanolin-D3 nimmt.

Pflanzenmaterial in Reagenzgläsern und einem Standzylinder auf einem Labortisch.

Am Molekül ändert die Herkunft nichts. Anhang II der Richtlinie 2002/46/EG listet als Vitamin-D-Verbindungen für Nahrungsergänzungsmittel Cholecalciferol und Ergocalciferol — ohne jede Vorgabe zum Ausgangsstoff. In der Zutatenliste steht in beiden Fällen „Vitamin D3 (Cholecalciferol)"; die Herkunft erscheint dort nur, wenn der Hersteller sie freiwillig dazuschreibt. Beim Vitamin D3 10.000 I.E. Jahresvorrat ist sie deshalb schon in den Produktnamen gezogen — „vegan (aus Flechten)" —, und die Zutatenliste ergänzt beim Trennmittel ausdrücklich „Magnesiumsalze von Speisefettsäuren (pflanzlich)".

Vitamin D3 10.000 I.E. vegan aus Flechten, 360 Tabletten

Welche Formen des Vitamins es sonst noch gibt und wie sich D2 zu D3 verhält, steht ausführlich in Vitamin-D-Formen: D2 oder D3, Lanolin oder Flechte.

K2: die Frage ist meist schon beantwortet

Beim Vitamin K2 fällt die Prüfung kurz aus. Als neuartige Lebensmittelzutat genehmigt hat die Kommission mit der Entscheidung 2009/345/EG „Vitamin K2 (2-Methyl-3-all-trans-polyprenyl-1,4-naphthochinon)" aus Bacillus subtilis natto — eine Ölsuspension, die überwiegend MK-7 enthält. Das ist bakterielle Fermentation, und dazu sagen die Leitsätze in Nummer 1.1.1 einen Satz, der die Frage abschließt: „Mikroorganismen (Bakterien, Hefen und Pilze) sind nichttierischen Ursprungs und werden gegebenenfalls auch in Lebensmitteln verwendet, die als ‚vegan' ausgelobt werden." Auch das heute verbreitete synthetisch hergestellte MK-7 in all-trans-Konfiguration bringt keinen tierischen Rohstoff mit.

Getrocknete Sojabohnen, verstreut auf einer hellen Fläche.

Ein Detail lohnt trotzdem den Blick: Das Substrat der Fermentation ist die Sojabohne. Soja gehört nach Anhang II der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen, und ob es im fertigen Präparat noch anzugeben ist, hängt vom Reinheitsgrad des Rohstoffs ab. Wer auf Soja achtet, liest also die Allergenzeile — sie ist eine andere Angabe als „vegan". Die zweite Form von Vitamin K2, MK-4, spielt hier praktisch keine Rolle; warum, steht in Vitamin K2: MK-7 oder MK-4.

Was neben den Vitaminen noch drin ist

Ein Präparat kann Flechten-D3 und fermentiertes MK-7 enthalten und trotzdem nicht vegan sein. Die Stellen, an denen das kippt, sind immer dieselben:

  • Kapselhülle. Weichkapseln bestehen klassisch aus Gelatine, gewonnen aus Rind, Schwein oder Fisch. Die pflanzliche Alternative ist Hydroxypropylmethylcellulose, kurz HPMC — ein Cellulose-Derivat. Unser Liposomales Vitamin D3 + K2 5.000 I.E. führt sie unter „Kapselhülle: Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC)" auf. Bei Tabletten entfällt die Frage ganz.
  • Trägeröl. Vitamin D ist fettlöslich, Tropfen und Ölkapseln brauchen deshalb ein Öl. Üblich sind MCT-Öl aus Kokos, Oliven- oder Sonnenblumenöl; problematisch wäre Fischöl.
  • Trennmittel. „Magnesiumsalze der Speisefettsäuren" — häufig als Magnesiumstearat bezeichnet — lassen sich aus pflanzlichen wie aus tierischen Fettsäuren herstellen. Die Bezeichnung sagt es nicht, der Hersteller muss es sagen.
  • Überzüge und Glanzmittel. Bienenwachs und Schellack stehen auf der vegetarischen, nicht auf der veganen Liste.
  • Liposomale Formulierungen. Die Phospholipide stammen in der Regel aus Sonnenblumen- oder Sojalecithin.

Je kürzer die Zutatenliste, desto weniger davon ist überhaupt zu prüfen — welche Zeilen einer Dose beim Vergleich sonst noch zählen, steht in Vitamin D3 + K2 kaufen: Etikett, Preis, Vorrat. Bei unserem Vitamin D3 20.000 I.E. + K2 (MK-7) vegan besteht sie aus vier Einträgen: Vitamin D3 (Cholecalciferol), Vitamin K2, Füllstoff Mikrokristalline Cellulose, Trennmittel Magnesiumsalze von Speisefettsäuren.

Vitamin D3 20.000 I.E. + K2 (MK-7, 200 µg), 180 Tabletten, vegan

Welche Stärke dazu passt, ist eine Frage für sich und hat mit der Herkunft nichts zu tun — Vitamin D3 und K2 richtig dosieren rechnet die gängigen Stufen durch. Und weil eine Depot-Tablette alle paar Tage genommen wird, lohnt der Blick auf den Zeitpunkt: Vitamin D3 mit K2 einnehmen erklärt, warum die Mahlzeit hier mehr zählt als die Uhrzeit.

Siegel oder Zutatenliste?

Das V-Label und die Veganblume sind private Zeichen, keine amtlichen. Sie sind trotzdem nützlich, weil hinter ihnen eine Prüfung der gesamten Rezeptur steht — genau das, was man an der Dose selbst nur mit Mühe nachvollzieht. Umgekehrt heißt ein fehlendes Siegel nicht, dass ein Produkt nicht vegan ist: Die Zertifizierung kostet Geld, und viele Hersteller schreiben stattdessen schlicht „vegan" aufs Etikett. Diese Angabe ist keine leere Behauptung — sie muss den oben zitierten Definitionen standhalten, sonst ist sie irreführend im Sinne der Lebensmittelinformationsverordnung. Alle Stärken nebeneinander stehen in der Kategorie Vitamin D3, die K2-Präparate in der Kategorie Vitamin K2.

Was auf der Dose stehen darf

Die zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben stehen in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 und gelten dem Vitamin, nicht seinem Rohstoff. Flechten-D3 darf also genau dasselbe tragen wie Lanolin-D3:

  • Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
  • Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
  • Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Häufige Fragen

Ist Vitamin D3 aus Lanolin vegetarisch?

Ja. Die Leitsätze nennen „Wollfett/Lanolin aus von lebenden Schafen gewonnener Wolle" ausdrücklich unter den Stoffen, die in einem vegetarischen Lebensmittel enthalten sein dürfen. Vegan ist ein solches Präparat damit nicht — der Rohstoff bleibt tierischen Ursprungs, auch wenn kein Tier dafür getötet wird.

Ist Flechten-D3 dasselbe Molekül wie Lanolin-D3?

Ja, in beiden Fällen ist der Stoff Cholecalciferol. Anhang II der Richtlinie 2002/46/EG führt ihn ohne Herkunftsangabe, und in der Zutatenliste steht bei beiden dieselbe Bezeichnung. Unterschiede gibt es beim Ausgangsmaterial und beim Preis, nicht beim Vitamin.

Muss ich beim K2 auf die Herkunft achten?

Kaum. Verkehrsfähig ist in der EU als Vitamin-K-Quelle Menachinon in der Ausprägung MK-7, und das stammt aus bakterieller Fermentation oder aus Synthese — beides ohne tierischen Rohstoff. Achten sollte man eher auf die Angabe „all-trans" und auf die Mikrogramm-Menge.

Reicht die Angabe „pflanzlich" auf der Packung?

Nein. „Pflanzenbasiert" und ähnliche Formulierungen sind nach den Leitsätzen ausdrücklich keine gleichbedeutenden Hinweise auf den veganen Charakter eines Lebensmittels. Eindeutig sind nur das Wort „vegan", ein entsprechendes Zeichen — oder die vollständig gelesene Zutatenliste.

Quellen: Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel mit Ähnlichkeit zu Lebensmitteln tierischen Ursprungs, Neufassung vom 10. September 2024 (BAnz AT 09.10.2024 B2, GMBl 39/2024, S. 844–848), Nummern 1.1.1 und 1.1.2; Definitionen der Verbraucherschutzministerkonferenz vom 22. April 2016; Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Artikel 36 und Anhang II; Richtlinie 2002/46/EG, Anhang II in der Fassung der Verordnung (EG) Nr. 1170/2009; Entscheidung 2009/345/EG der Kommission über das Inverkehrbringen von Vitamin K2 (Menachinon) aus Bacillus subtilis natto; Verordnung (EU) Nr. 432/2012; Wang T et al., „Provitamins and vitamins D2 and D3 in Cladina spp. over a latitudinal gradient: possible correlation with UV levels", Journal of Photochemistry and Photobiology B 62(1–2), 2001 (PubMed 11693362).