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Zink

Zink kaufen: Preis je Tag statt Preis je Milligramm

Futures Nutrition Redaktion · 12. August 2026

Zink kaufen: Preis je Tag statt Preis je Milligramm

Zink kaufen: Preis je Tag statt Preis je Milligramm

Bei den meisten Nährstoffen lautet die Antwort auf die Preisfrage: rechne den Preis je Milligramm aus. Bei Zink führt genau das in die Irre. Der Grund ist eine Zahl, die es bei Magnesium oder Vitamin C so nicht gibt: Für Zink hat der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU eine tolerierbare Gesamtzufuhr von 25 mg pro Tag für Erwachsene abgeleitet (SCF 2003). Was darüber hinausgeht, nimmt man nicht zusätzlich — man nimmt es gar nicht.

Damit kippt die übliche Logik. Eine Packung mit 50 mg je Tablette liefert doppelt so viele Milligramm fürs Geld und trotzdem keinen einzigen zusätzlichen Tag Vorrat, weil die Tagesportion nach oben begrenzt ist. Die Größe, die zwei Zinkpackungen wirklich vergleichbar macht, ist deshalb der Preis je Tagesportion — und daraus der Preis je Monat.

Warum „mehr Milligramm fürs Geld" hier nicht zählt

Drei Bezugswerte stecken den Rahmen ab, in dem sich jede Kaufentscheidung bewegt. Alle beziehen sich auf elementares Zink:

WertMengeQuelle
Nährstoffbezugswert (NRV)10 mg/TagVerordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII
Empfohlene Zufuhr Erwachsene7–16 mg/Tag je nach PhytatzufuhrD-A-CH 2019
Tolerierbare Gesamtzufuhr (UL)25 mg/TagSCF 2003

Zwischen der unteren und der oberen Zahl liegt der Faktor drei — mehr Spielraum gibt es nicht. Ein Präparat kann also nicht beliebig „ergiebiger" werden; es kann nur bei gleicher Tagesmenge günstiger oder teurer sein.

Blisterstreifen mit Tabletten liegen auf Euro-Geldscheinen

So sieht das an drei Packungen aus, wie sie tatsächlich nebeneinander im Regal stehen können:

PackungPreisTablettenZink je TablettePreis je 100 mg ZinkPreis je Tag
A8,90 €12010 mg0,74 €7,4 Cent
B12,90 €18025 mg0,29 €7,2 Cent
C14,90 €10050 mg0,30 €14,9 Cent

Nach dem Preis je Milligramm sind B und C fast gleichauf und A ist die schlechteste Wahl. Nach dem Preis je Tag ist C doppelt so teuer wie die beiden anderen, und A und B liegen praktisch gleich. Der Unterschied entsteht allein daraus, dass die zweiten 25 mg in Packung C keine zusätzliche Tagesportion sind, sondern eine Menge oberhalb der tolerierbaren Gesamtzufuhr.

Eine Ausnahme gibt es: Ist die 50-mg-Tablette teilbar — mit Bruchkerbe und einem entsprechenden Hinweis des Herstellers —, verdoppelt sich die Zahl der Tagesportionen und der Preis je Tag halbiert sich auf 7,5 Cent. Steht dazu nichts auf der Packung, ist die Rechnung ohne Teilung die richtige.

Die Rechnung in zwei Schritten

Tagesportionen = Tabletten je Packung ÷ Tabletten je Tagesportion Preis je Tag = Packungspreis ÷ Tagesportionen

Der zweite Wert der ersten Zeile ist der, den man leicht übersieht. Die empfohlene tägliche Verzehrsmenge muss auf jeder Packung stehen, und sie lautet nicht immer „eine Tablette". Besteht die Tagesportion aus zwei Kapseln, halbiert sich die Reichweite einer 120er-Dose auf 60 Tage — und der Preis je Tag verdoppelt sich gegenüber dem, was der Preis je Kapsel vermuten lässt.

Für den Monatspreis multipliziert man mit 30. Diese Zahl ist es meistens, die eine Kaufentscheidung tatsächlich beeinflusst: 7 Cent gegenüber 15 Cent am Tag klingt nach nichts und macht im Jahr rund 29 Euro aus.

Welche Zahl aus der Nährwerttabelle gehört in die Rechnung

Nur die Zeile „Zink". Sie bezieht sich immer auf das Element, unabhängig davon, welche Verbindung eingesetzt wurde — so schreibt es Anhang I der Richtlinie 2002/46/EG vor, wo schlicht „Zink (mg)" steht. Das Gewicht der Verbindung, das oft auf der Vorderseite prangt, taugt dagegen nicht: „175 mg Zinkgluconat" sind rund 25 mg Zink, „50 mg Zinkgluconat" sind rund 7 mg. Welche Verbindung wie viel Element enthält, steht in Zinkformen im Vergleich.

Als Gegenprobe dient der Prozentsatz des Nährstoffbezugswerts, der neben der Menge stehen muss: 250 % NRV entsprechen 25 mg, 100 % entsprechen 10 mg. Passen Milligrammzahl und Prozentangabe nicht zusammen, stimmt etwas mit der Deklaration nicht.

Was auf dem Etikett stehen muss

Die Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV) verlangt in § 4 unter anderem:

  • die Bezeichnung „Nahrungsergänzungsmittel" — nicht „Mineralstoffkomplex" oder „Vitalformel" allein;
  • die Mengen der Nährstoffe bezogen auf die angegebene tägliche Verzehrsmenge, zusammen mit dem Prozentsatz der Nährstoffbezugswerte;
  • die empfohlene tägliche Verzehrsmenge in Portionen;
  • den Warnhinweis, die angegebene empfohlene Tagesdosis nicht zu überschreiten;
  • den Hinweis, das Mittel außerhalb der Reichweite kleiner Kinder zu lagern;
  • den Hinweis, dass Nahrungsergänzungsmittel kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung sind.

Dazu kommt das Zutatenverzeichnis mit der eingesetzten Zinkverbindung. Zulässig sind nur die sechzehn Verbindungen aus Anhang II der Richtlinie 2002/46/EG. Findet sich im Zutatenverzeichnis keine davon, sondern nur „Zink", ist die Angabe unvollständig — ein sachlicher Grund, die Packung stehen zu lassen.

Die Toleranz, mit der kaum jemand rechnet

Der Wert auf dem Etikett ist ein Durchschnittswert, kein Messwert der Dose in Ihrer Hand. Wie weit der tatsächliche Gehalt abweichen darf, regelt ein Leitfaden der EU-Kommission vom Dezember 2012. Für Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln nennt dessen Tabelle 2 einen Toleranzbereich von −20 % bis +45 %, Messunsicherheit bereits eingerechnet.

Auf 25 deklarierte Milligramm Zink übertragen heißt das: zwischen 20 und rund 36 mg gilt eine Packung als vorschriftsgemäß. Der Leitfaden hat keinen formalen Rechtsstatus und verlangt ausdrücklich, dass Hersteller den Durchschnittswert nicht am Rand des Toleranzbereichs ansetzen. Für die Kaufentscheidung bleibt trotzdem ein praktischer Schluss: Die deklarierte Menge ist genau genug, um Packungen zu vergleichen, aber nicht genau genug, um zwei zinkhaltige Präparate nebeneinander bis knapp an die 25 mg heranzurechnen. Was passiert, wenn sich mehrere Quellen summieren, steht in Zu viel Zink.

Kombipräparate: den zweiten Nährstoff mitrechnen

Zink steht selten allein in der Dose. Ob eine Kombination günstig ist, hängt an einer einzigen Frage: Würden Sie den zweiten Nährstoff ohnehin kaufen? Wenn ja, ist das Kombipräparat fast immer billiger als zwei Packungen. Wenn nein, zahlen Sie für einen Bestandteil, den Sie nicht brauchen — und der bei Zink nicht einmal die Tagesmenge erhöhen darf.

Am häufigsten begegnet die Kombination in Präparaten für Haut, Haare und Nägel, in denen neben Zink meist Biotin und Selen stehen. Welche der drei Angaben auf solchen Packungen überhaupt auf Zink zurückgeht und welche auf einen der anderen Nährstoffe, steht in Zink für Haut, Haare und Nägel — das ist die Vorfrage zu der, ob sich der Aufpreis lohnt.

Eine Kombination, bei der die Rechnung dagegen spricht, ist Zink zusammen mit Eisen in derselben Tablette: Beide konkurrieren um dieselben Aufnahmewege, weshalb ein zeitlicher Abstand üblich ist — nachzulesen in Zink einnehmen. Wer beides braucht, fährt mit zwei getrennten Präparaten besser, etwa unserem Eisen + Inulin zu einer anderen Tageszeit.

Zusatzstoffe, Kapselhülle, Packungsgröße

Fachkraft sortiert Tabletten auf einem Metalltablett

Ein paar technische Zutaten gehören zu jeder gepressten Tablette und sind kein Qualitätsmangel: Füllstoffe wie mikrokristalline Cellulose geben der Tablette ihr Volumen, Trennmittel wie Magnesiumsalze der Speisefettsäuren oder Siliciumdioxid verhindern, dass das Pulver in der Presse klebt. Bei Kapseln entscheidet die Hülle über die Eignung für eine pflanzliche Ernährung: Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC) ist pflanzlich, Gelatine nicht.

Bei der Packungsgröße gilt die einfache Umrechnung über die Tagesportion: 180 Tabletten mit einer Tablette täglich reichen sechs Monate, 365 Tabletten ein Jahr. Große Packungen senken den Preis je Tag fast immer — sinnvoll aber nur, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum die geplante Anwendungsdauer abdeckt und Sie das Präparat tatsächlich so lange nehmen wollen.

Was unser Präparat enthält

Zink 25 mg + Vitamin B3 – 180 Tabletten

Unser Zink 25 mg + Vitamin B3 ist ein Beispiel für die Rechnung oben: eine Tablette täglich, 180 Stück je Dose, also ein Halbjahresvorrat.

Pro Tablette (empfohlene Tagesdosis)Menge% NRV*
Zink (aus Zinkgluconat)25 mg250 %
Niacin (als Nicotinamid)25 mg156 %

* Nährstoffbezugswerte gemäß Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII.

Die 25 mg entsprechen der tolerierbaren Gesamtzufuhr für Erwachsene; das Bundesinstitut für Risikobewertung hat 2021 für Nahrungsergänzungsmittel eine niedrigere Höchstmenge von 6,5 mg je Tagesdosis vorgeschlagen, verbindliche EU-Höchstmengen für Mineralstoffe gibt es bis heute nicht. Wer zusätzlich ein Multivitaminpräparat nimmt, rechnet dessen Zinkanteil mit.

Zugelassen sind für Zink unter anderem diese Aussagen: Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Zink trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei. Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei. Für Niacin gilt: Niacin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. (Verordnung (EU) Nr. 432/2012). Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Was sonst noch im Sortiment steht, zeigt die Kategorie Zink.

Häufige Fragen

Ist ein hochdosiertes Zinkpräparat wirtschaftlicher? Bei Zink nicht. Oberhalb von 25 mg je Tag liegt die Menge über der tolerierbaren Gesamtzufuhr für Erwachsene, und Milligramm, die man nicht nimmt, sind kein Gegenwert. Wirtschaftlich wird eine hohe Stärke nur, wenn die Tablette ausdrücklich teilbar ist.

Worauf achte ich bei der Deklaration zuerst? Auf drei Angaben in dieser Reihenfolge: die Zeile „Zink" in Milligramm, die empfohlene tägliche Verzehrsmenge und die Zinkverbindung im Zutatenverzeichnis. Fehlt eine davon, lässt sich die Packung nicht mit einer anderen vergleichen.

Lohnt sich die große Dose? Fast immer beim Preis je Tag — aber nur, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum die Anwendungsdauer abdeckt. Bei einer Tablette täglich reichen 180 Stück sechs Monate; ein Jahresvorrat, der nach vier Monaten im Schrank bleibt, war das teurere Produkt.

Warum steht auf mancher Packung eine andere Milligrammzahl als im Werbetext? Weil die Nährwerttabelle das Element angibt und der Werbetext oft das Gewicht der Verbindung. Verglichen wird ausschließlich mit der Tabelle; die Prozentangabe zum Nährstoffbezugswert daneben ist die schnelle Gegenprobe.

Quellen: Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII · Richtlinie 2002/46/EG, Anhänge I und II · Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel (NemV) § 4 · Verordnung (EU) Nr. 432/2012 · Europäische Kommission, GD Gesundheit und Verbraucher, „Leitfaden für zuständige Behörden — Kontrolle der Einhaltung der EU-Rechtsvorschriften … in Bezug auf die Festlegung von Toleranzen für auf dem Etikett angegebene Nährwerte", Dezember 2012, Tabelle 2 · Scientific Committee on Food, „Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of Zinc", 2003 · D-A-CH, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Zink, 2019 · BfR, „Höchstmengenvorschläge für Zink in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln", 2021.